In den letzten beiden Wochen konnte ich die Geburt eines Monarchen beobachten. Teile der Entwicklung konnte ich fotografisch festhalten. Die Fotos sind reine Dokufotos und qualitativ nicht im optimalen Bereich.
Zuerst entdeckte ich auf einem blühenden Strauch einige Raupen. Es handelt sich um ein Seidenpflanzengewächs, wissenschaftlich : asclepias curassavica.
Monarch-Schmetterlinge auf Teneriffa ernähren sich ausschließlich von diesen Pflanzen.
Die Monarchfalterraupen sind schwarz-weiss-gelb geringelt mit je zwei langen fadenförmigen Anhängen am vorderen und am hinteren Körperende. Mit ihrer leuchtenden Färbung sind die Raupen auf ihren grünen Wirtspflanzen überhaupt nicht getarnt. Im Gegenteil: Sie sind für jedermann schon von weitem gut erkennbar. Und das ist auch ihre Absicht: Sie sind nämlich für ihre Hauptfeinde, die Vögel, völlig ungeniessbar, denn in ihrem Körpergewebe sind die Pflanzengifte in hoher Konzentration eingelagert. Sie tragen also ein ?Warnkleid? und machen damit auf ihre Giftigkeit aufmerksam. Tatsächlich werden die Raupen kaum von Vögeln angegriffen. Sie sind auch nicht scheu - so als wüssten sie um ihre Sicherheit. (Die Giftigkeit wird bei der Verwandlung der Raupen zu Faltern beibehalten. Auch die erwachsenen Monarchfalter sind also für die Vögel ungeniessbar und werden von diesen in Ruhe gelassen.)
irgendwann entdeckte ich dann an einer Laterne die Puppen. An einem kleinen Faden hängen sie, wie modische Ohrringe aus Smaragd mit goldenen Punkten verziert . . .
nun hiess es, den richtigen Zeitpunkt abwarten . . . einige Monarchen waren schon geschlüpft . . . da sah ich wie eine Puppe gerade leicht aufging . . . .
dann suchte der Schmetterling an der glatten Oberfläche der Laterne Halt, um sich zum Trocknen aufzuhängen . . . starker Wind konnte den Schmetterling, der sich nur mit den beiden vorderen Beinen festklebte, nichts anhaben . . . er klebte fest . . .
Monarch-Schmetterlinge in Amerika tun es den Zugvögeln gleich: Von Frühling bis Herbst leben sie in Kanada, dann begeben sie sich auf einen zweimonatigen Flug nach Mexiko und kommen im Frühling wieder zurück. Während ein Zugvogel die Strecke mehrmals in seinem Leben fliegt, ist es für den einzelnen Schmetterling eine One-Way-Reise: Nicht die Tiere, die nach Mexiko fliegen, treten den Rückflug an, sondern ihre Nachkommen. Die Tiere haben nur eine Lebenszeit von mehreren Wochen.
Folgende 36 Benutzer sagen Danke zu Guenther für den nützlichen Beitrag:
Sehr eindrucksvolle Bilderfolge - muss ich wieder mal neidlos zugeben !
Im Mariposario in Icod flattern einem diese Schmetterlinge gleich scharenweise um die Ohren, aber das ist natürlich bei weitem nicht vergleichbar mit dieser Dokumentation in der freien Natur.
und wie geht es dem Busch nach der Fressattacke?
Erholt sich der wieder für das nächste Jahr und
neue Raupen oder ist es der einmalige Wirt für
die schönen Monarchen?
Die Fotos sind reine Dokufotos und qualitativ nicht im optimalen Bereich.
keine Sorge Guenther, ich dachte aufgrund der Vorrede erst "oh Gott, aber ok, guckstes Dir mal an..."... aber Deine Fotos sind echt ganz grosses Kino, ehrlich! Also die Fotos mit der Geschichte dazu etc.... es mag sein, dass der Starfotograf und der Starautor vom National Geographic oder so mit monatelanger Vorbereitung und wochenlangem Uebernachten im Zelt vor dem Strauch und der Laterne mit 10-mal teurerem Equipment bessere Fotos hinbekommen haetten (rein technisch)... aber ansonsten steht Deine Fotodoku einer solchen Profileistung ernsthaft in nichts nach finde ich! Wirklich sehr sehr schoen!