Fröhliche Weihnacht und viel Glück im neuen Jahr.
Auf mehr oder minder geschmackvoll gestalteten Glückwunschkarten findet man pausbäckige Englein die verträumt in eine rosige Zukunft blicken, rotgewandete Weihnachtsmänner, die uns, schwer beladen, fröhlich entgegen lachen oder kunstvoll aufgezäumte Rentiere, welche die kostbaren Geschenke vom hohen Norden in unsere trauten Heime bringen sollen. Man kauft diese auf edlem Büttenpapier oder mit buntem Hochglanz versehenen Billets oder Karten, finanziert damit eine auf diese Weihnachtsbräuche spezialisierte Branche, setzt gedankenverloren seinen Namen darunter, vertraut sie der Post an und hofft, dass man niemanden vergessen hat.
Feliz Navidad y una Feliz A?o Nuevo.
Es läutet an der Tür, ein ungekannter Mann steht davor, hat weder einen langen Bart, noch einen roten Anzug, fährt anstatt auf einen von Rentieren gezogenen Schlitten mit einem kanariegelben Moped, klopft mir lachend auf die Schulter, greift in die Tasche, zieht einen vorgedruckten Zettel hervor, auf dem steht, dass auch die Städtische Müllabfuhr mir doch eine fröhliche Weihnacht und viel Glück im neuen Jahr wünscht. Minuten später und einen Zehn-Euroschein leichter, frage ich mich was er wohl damit meint, wenn er mir viel Glück wünscht.
Unzählige Studien, vom Handel und der Industrie beauftragt, beschäftigen sich mit dem Thema womit der Mensch wohl glücklich ist und verkündet, werbewirksam in Szene gesetzt, lautstark, farbenfroh und animierend die Resultate. Zum „Glücklichsein“ muss man jung, schlank und braun gebrannt sein, die wirtschaftlichen Erfolge in Form von kostbarem Schmuck und Designergarderobe mit Selbstverständlichkeit präsentieren. Man braucht mindestens einen Mercedes der Spitzenklasse, wenn nicht gar einen Ferrari, verbringt die Urlaube auf einer Luxusyacht oder macht einen Ausflug in abgeschiedene Gegenden um sich kopfschüttelnd abzuwenden mit wie wenig doch andere Menschen auskommen. Man braucht eine Küche von Bulthaup, einen Geschirrspüler von Miele und der neueste Plasmafernseher um läppische dreitausend Euro soll ebenfalls zum Glücklichsein beitragen. Man braucht, so gaukeln uns findige Firmen vor, einen Partner der ebenfalls jung und dynamisch ist, trotz dieser Jugend auf jahrzehntelange Erfahrungen zurückblicken kann, sowohl auf der Piste als auch auf dem glatten Parkett der Gesellschaft eine gute Figur macht und mit strahlendem Gesicht die goldene Kreditkarte zückt um den Partner mit kostbaren Kleinoden zu verwöhnen. Schon die Sophisten in der Antike vertraten die Auffassung, dass, wer richtig leben will, muss seine so Begierden groß werden lassen als möglich und sie nicht einzwängen. Aber hat das wirklich etwas mit Glück zu tun?
Die Aussage Mahatma Gandhi´s der einmal sagte, dass das Glück des Lebens in der Entsagung liegt, widerspricht in allen Punkten dem soeben erwähnten, uns Tag täglich eingehämmerten, Gaukeleien was uns glücklich machen soll. Aber hat er wirklich recht? Wenn wir alle nur mehr zu Fuß gehen und auf Autos, egal welcher Type verzichten, weder eine neue Küche oder eine ausgedehnte Urlaubsreise ins Kalkül ziehen, nur mehr von Wasser und Brot leben und auf alle kulinarischen Köstlichkeiten verzichten, verlieren tausende Menschen ihre Arbeit, ihre Existenzgrundlage und ihr Selbstwertgefühl und ich bezweifle wirklich, dass das wahre Glück bedeutet.
Merry Christmas and a happy new Year. Der Postbote brachte mir, die Hand für ein kleines Geschenk weit geöffnet, weil ja Weihnachten vor der Tür steht, einen Brief aus dem fernen Asien. Meine chinesische Freundin schreibt mir, dass sie Glück gehabt haben, sie und ihr Mann und von dem schrecklichen Hurrikan verschont geblieben sind und in Erwartung eines Babys sind. Ich freue mich für sie, denn ich weis aus vielen Briefen, dass sie schon lange vom dem Glück ein eigenes Kind in den Armen zu halten, träumen.
Glück hat weder etwas mit Wirtschaftsgütern zu tun, noch mit selbst auferlegten Kasteiungen. Glück ist die Fähigkeit die schönen Momente im Leben genießen zu können, die Neugierde auf die Zukunft nicht zu verlieren und sich über das Erreichte freuen zu können.
In diesem Sinne wünsche ich all den Leser meiner Kolumne ein wunderschönes Weihnachtsfest und unendlich viele schöne Momente im Neuen Jahr.
Eure Wienerin
Irene-Christine Graf
P.S.: Eine Weihnachtsgeschichte, auch selbst geschrieben, die jedoch vielleicht ein bisserl besinnlich ist, bekommt Ihr nächste Woche.
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Erstellt von:
Die Wienerin
- Veröffentlicht: 14.12.2007, 14:30
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hallo santana
also ich war heute mal in santa cruz und ich was entäuscht von wegen weihnachtsmarkt die waren ja noch nicht mal fertig mit dem aufbau und morgen ist er wieder weg also da muß ich mir mal die frage stellen warum die erst angefangen haben
gruß nero
hallo santana
na da lass ich mich doch mal überaschen was die beiden dazu sagen werden denn ich war heute mittag dort und da waren sie immer noch am aufbau und es sind auch nur 6 oder 7 stände die ich dort gesehen habe und der ist genau am hafen von santa gruz direkt an der kirche am plaza de la consion
gruß nero