Autofahren auf Teneriffa - eine Bilanz

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    #1

    Autofahren auf Teneriffa - eine Bilanz

    Ich habe mir mal die Gesamtkosten unseres kürzlich abgestoßenen Toyota Yaris Sol 1,3 vvti über 21 Jahre und rund 180.000 km zusammengerechnet – einfach aus Neugier, weil man irgendwann wissen will, ob das Ding eigentlich ein Geldgrab oder eher ein Sparschwein auf Rädern war. Die ersten 3 Jahre seines Lebens verbrachte er noch in D, wo wir ihne damals neu gekauft hatten.

    Kurzfassung: Es war eher das Sparschwein.

    Unterm Strich komme ich auf rund 44.000 € Gesamtkosten, also etwa 24 ct/km bzw. 170 € im Monat über die gesamte Lebenszeit. Das ist für so eine lange Nutzung erstaunlich niedrig und liegt deutlich unter dem, was man bei modernen ADAC-Kalkulationen für Kleinwagen heute typischerweise sieht.

    Der größte Brocken ist wie erwartet der Sprit, dicht gefolgt vom Wertverlust. Versicherung bei Zurich und einige andere Posten kommen danach, und der Rest ist erstaunlich unspektakulär: Wartung, Reifen und Reparaturen zusammen sind bei mir eher ein Nebenschauplatz geblieben.

    Der eigentliche Gamechanger war aber nicht irgendein Spartrick, sondern ganz banal: Teneriffa. Kein Salz im Winter, keine Korrosion, keine Dauer-Überraschungen am Unterboden, keine Winterreifen. Das Auto hat dadurch mechanisch deutlich länger „jungen Zustand im alten Körper“ gespielt. Selbst die erste Kupplung hält bei über 180.000 km noch durch – was in Deutschland so nicht unbedingt selbstverständlich wäre. Und klar: Mit dem Yaris macht man auch nichts falsch, sicher eins der wirtschaftlichsten Fahrzeuge.

    Interessant wird es beim Vergleich: ADAC-Niveau für ähnliche Kleinwagen liegt heute eher irgendwo bei 35–60 ct/km. Der Unterschied kommt also weniger durch Fahrstil oder Verbrauch, sondern durch die Kombination aus sehr langer Haltedauer und günstigen Bedingungen.

    Fazit: Wer ein Auto lange genug fährt und ihm ein korrosionsfreundliches Klima gönnt, verwandelt selbst einen simplen Kleinwagen irgendwann in ein ziemlich effizientes Fortbewegungsmittel. Oder anders gesagt: Die teuersten Autos sind oft nicht die, die viel verbrauchen – sondern die, die man zu früh wechselt.

    Ne, zu verkaufen ist er nicht, bereits weg wegen Inzahlungnahme für einen neuen kleinen, diesmal ein Südkoreaner.
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    #2
    Hallo,
    danke für die interessante "Bilanzierung". Der Gewinner ist m.E. auch die Umwelt, denn das beste Auto ist das, das erst gar nicht gebaut wird und das zweitbeste ist das Auto, welches möglichst lange (natürlich verkehrssicher) auf der Straße seinen Dienst tut. Insofern jetzt viel Spaß mit dem kleinen Südkoreaner und vor allem auf Teneriffa/den Kanaren! Saludos

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      #3
      Danke für die Info, das war mal wieder interessant.

      Bekanntermaßen bin ich ein Vertreter der "Moped"-Fraktion. Ich finde kein anderes Verkehrsmittel so praktisch für die Nutzung auf Teneriffa: Staus und Parkplatzprobleme sind für mich weitgehend irrelevant, meine Mopeds (eine 125er, eine 400er) verbrauchen 2,2 Liter (die 125er mit 130kg Eigengewicht bei sparsamer Fahrweise) bis 4,5 Liter (die 400er mit 230kg Eigengewicht bei "normaler" Fahrweise) auf 100 km, die (Gebraucht)-Anschaffungspreise liegen im lächerlichen Bereich irgendwo zwischen 2000 und 3000 Euro. Die KFZ-Steuer liegt im Bereich von 5 Euro (125er) bis 35 Euro (400er), die Versicherung schlägt für jedes Moped jährlich mit 200 Euro zu Buche - das Auto kostet genauso viel (oder wenig). Ich habe gerade nach 5 Jahren Nutzung mal 800 Euro Werkstattkosten für BEIDE Mopeds ZUSAMMEN investiert für neue Reifen, neue Bremsen, neue Antriebsriemen und die üblichen Inspektionen.

      Ich behaupte mal, für den Individualverkehr gibt es keine wirtschaftlicherere Lösung auf den Kanaren als das "Moped". Während ich in Deutschland schon aufgrund des Wetters rd. ein halbes Jahr auf den Einsatz des Mopeds verzichten und auch im Sommer häufig mit Regengüssen rechnen muss, kann ich das Moped hier auf den Kanaren, von wenigen Ausnahmen mal abgesehen, ganzjährig im T-Shirt nutzen.

      Ich erledige mit meinen Mopeds bis hin zum Wocheneinkauf ALLES. Nur, wenn mehr als 2 Personen oder grosse Ladungen zu transportieren sind, nutze ich das (natürlich ebenfalls vorhandene) Auto.

      Für mich alleine würde ich das Auto nicht benötigen. Mehr als 90 Prozent meiner Fahrten erledige ich vollkommen freiwillig und gerne mit dem Moped. Und den Rest könnte ich mit dem ÖPNV oder einem "Taxi" (in Anführungs-Zeichen, weil ich dazu auch private Fahrzeuge anderer Fahrzeughalter oder auch mal einen Mietwagen für einen längeren Zeitraum zählen würde) erledigen - das wäre (wie gesagt: für mich alleine!) wesentlich billiger als der Unterhalt eines Autos.

      Der Haken: Ich bin "beweibt" hier auf TF und meine Frau hasst es, wenn der Helm ihr die Frisur ruiniert. Das vorhandene Auto wird also zu mehr als 90 Prozent von IHR genutzt, und sie ist zugunsten ihrer Frisur auch nicht bereit, darauf zu verzichten.

      Bei der Entscheidung für Auto, Moped oder alternative Verkehrsmittel spielen die persönlichen Präferenzen und Rahmenbedingungen (z. B. auch Alter und Gesundheit) eben auch eine Rolle. Ich denke, wenn ich 20 Jahre älter wäre oder mit nennenswerten körperlichen Einschränkungen würde ich dann auch das Auto bevorzugen ...

      Und was ich gerade noch hinterherschieben möchte: Selbst die Umweltverbände bilanzieren, dass Verbrenner-Fahrzeuge, die im Bereich von zwei Litern Kraftstoff-Verbrauch angesiedelt sind, umweltfreundlicher sind als jedes Elektro-Fahrzeug.

      Ich denke, hier liegt eine Herausforderung für die Ingenieure: Wir brauchen eigentlich keine Elektro-Mobilität, wir brauchen einfach andere (Kleinst-)Fahrzeuge, die nicht eine Tonne (und deutlich mehr) Eigengewicht bewegen müssen, um vielleicht 90 kg Fahrer-Gewicht plus einen Aktenkoffer oder ein paar Einkaufstüten zu transportieren. Diese Fahrzeuge dürfen gerne vierrädrig und mit wetterschützender Fahrer-Kabine ausgestattet sein.
      * * *

      Wenn Du ein Problem mit mir hast, darfst Du es gerne behalten.

      *** Es ist ja deins. ***

      Kommentar


      • SanLorenzo4
        SanLorenzo4 kommentierte
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        Tja, da könnte man nun auch mal die Wirtschaftlichkeit der Zweisamkeit berechnen, aber um des lieben Friedens willen, lassen wir das lieber. Motorrad-Fan bin ich nie geworden, was mit gleich drei tödlichen Unfällen in meinem damaligen Freundes/Bekanntenkreis zu tun hatte, da ist mir die Lust am entsprechenden Führerschein frühzeitig vergangen. Was die vermurksten Frisuren der Damenwelt und die Frischluft angeht, da tut es auch mein Zetti, noch älter als der Yaris und überhaupt nicht praktisch für den Alltag, aber Spaß muss halt auch sein.

        Was die E-Mobilität angeht, geb ich Dir vollkommen recht und auch die SUV-Monster sind nicht gerade das, was man unter Aspekten der Ressourcenschonung fahren sollte, aber offenbar fahren da viele drauf ab. Mit dem Zetti hab ich manchmal echt Angst, dass die mich beim rückwärts-Rangieren gar nicht sehen...
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