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Alt 06.07.2009, 19:52
Mencey
 
Benutzerbild von lagarto66
 
Registriert seit: 23.05.2008
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Tödlicher Unfall im Barranco

Im Barranco del Infierno ist ein Wanderer durch Steinschlag am Kopf schwer verletzt worden und nach der Einlieferung ins Krankenhaus gestorben.

Der Barranco wird immer auf eigene Gefahr begangen, jedoch erhalten Wanderer, die von offiziellen Guides geführt werden, weiter hinten im Barranco Steinschlaghelme. Alle anderen gehen ungeschützt, falls sie keinen eigenen Helm mitbringen.

Der Unfall des nicht geführten Touristen ereignete sich vor Erreichen der Kiste mit den Helmen. Gefahren drohen also dort grundsätzlich auch in scheinbar sicheren Zonen. Die Erste Hilfe wurde mangels geeigneten Materials von anderen Wanderern mit Kleidungsstücken geleistet. Auch die Hubschrauberrettung entsprach nicht dem Ablauf und Standard mitteleuropäischer Heli-Rettung. Dies hat evt. zum Tod des Unfallopfers beigetragen. Nach dem Unfall wurde der Barranco bis auf Weiteres geschlossen.

Auch wenn wir auf Teneriffa selten tödliche Wanderunfälle erleben, sollte nicht außer acht gelassen werden, dass je nach Route schwere Unfälle durchaus möglich sind. Der beschriebene Unfall zeigt überdeutlich, dass es dabei nicht nur um Unfälle durch Stürze geht. Unterhalb von Felsen besteht immer Steinschlaggefahr - bei Schichtvulkanen wie auf Teneriffa wegen der unterschiedlich verfestigten Ablagerungen sowieso. Mit ständig steigender Zahl von Wanderern steigt auch die Wahrscheinlichkeit, dass jemand vom Steinschlag getroffen wird. Wir werden also mit weiteren solchen traurigen Nachrichten rechnen dürfen.

Ein Tipp für alle, die keinen Steinschlaghelm besitzen: Fahrradhelme haben im Test ähnlich gute Werte bei Steinschlag wie Kletterhelme. Also besser mit als ohne! Und verantwortungsbewusste Wanderführer sollten Ihren Kunden diesen Schutz routinemäßig anbieten.

Als Wanderer auf Teneriffa ohne passendes Erste-Hilfe-Material unterwegs zu sein, zeugt auch nicht gerade von Voraussicht. Das gehört in den Rucksack wie Sonnenschutz und Trinkflasche. Kopfplatzwunden bluten anfangs übrigens heftig. Wer da keine Schutzhandschuhe zur Hand hat ist selbst dran schuld. Und als Wanderer regelmäßig, also spätestens nach zwei Jahren, seine Erste-Hilfe-Kenntnisse aufzufrischen sollte eigentlich auch selbstverständlich sein.

lagarto66
Bergführer und Biologe
lagarto66 ist offline  
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bayernfranz (07.07.2009), Benji0815 (06.07.2009), Elisa (14.07.2009), kati (07.07.2009), LaTorre (06.07.2009), lo-rena (10.07.2009), mh.cookie (06.07.2009), zauberin60 (06.07.2009)
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  #2 (Permalink)
Alt 06.07.2009, 21:04
Mencey
 
Benutzerbild von LaTorre
 
Registriert seit: 20.10.2007
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Dieser Unfall und seine negativen Begleitumstände zeigen wieder einmal auf, dass unsere Wanderer, geführt oder nicht geführt, sich nicht zu sicher fühlen sollten.

Wir sind hier nicht in der Lüneburger Heide !

Schlechte Rettungs-Organisation ( zuwenig Eventual-Training ), besonders in unwegsamem Gelände, macht sich immer wieder patent.

Deshalb auch immer meine Skepsis, wenn alzu forsche Wanderer auf ihrer, auch noch im hohen Alter, Leistungsfähigkeit bestehen.

Oft, wie man sieht, hängt es nicht von dieser ab.
__________________
****************************************

Toleranz ist die Voraussetzung für jegliches Zusammenleben !
¡ El listo más listo, tendrá que reconocer que siempre habrá otro aún más listo !
Try to take it easy ! Make the best of your situation !
LaTorre ist gerade online  
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bugsi (08.02.2010), Elisa (14.07.2009), mh.cookie (06.07.2009)
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  #3 (Permalink)
Alt 06.07.2009, 21:18
Moderator
 
Benutzerbild von baumgartner
 
Registriert seit: 07.06.2007
Ort: Hauptwohnsitz: Bayern - Urlaubswohnsitz: Los Realejos
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Also wir haben auf unseren Wanderungen auch schon viele Wanderer getroffen, die mehr als unzureichend ausgerüstet waren. Aber das ist nicht nur ein Problem auf Teneriffa, sondern weltweit. Wir sind schon in den USA, Australien und den Alpen Wanderern begegnet, die "nicht wussten, was sie taten".
__________________
Servus
Baumgartner

"Bayern grüsst Teneriffa!"

baumgartner ist offline  
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  #4 (Permalink)
Alt 06.07.2009, 22:34
Teneriffa Conquistador
 
Registriert seit: 06.06.2009
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mein gott, sowas passiert und ich finde man sollte es nicht uebertreiben mit dem drumrum. ich denke das kann ja jeder selber bestimmen ob er al diese vorsichtsmassnamen treffen will bzw all das zeugs was man eventuell braucht mitzuschleppen.

ich selber geh auch nie mit sowas los. manchmal denk ich dran nen pflaster einzupacken aber das ist eher weil ich immer alles angrabbeln muss was da so waechst und manchmal schneide ich mich dabei...

im allgemeinen sollte man halt mit gesundem menschenverstand wandern gehen. ist ein wanderweg augenscheinlich zu gefaehrlich dann geht man halt einen anderen. wenn man es sich zutraut soll man es halt machen. auf eigene gefahr natuerlich. ich bin da selber sehr risikobereit.... jeder wie er denkt.
bene ist offline  
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Dietmar (07.07.2009)
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  #5 (Permalink)
Alt 06.07.2009, 23:16
Mencey
 
Benutzerbild von zauberin60
 
Registriert seit: 20.03.2007
Ort: Mondorf bei Bonn
Beiträge: 3,114
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zauberin60 eine Nachricht über ICQ schicken
Naja, klingt ja ganz lustig und cool, aber was ist mit den Helfern, die ihr Leben riskieren, um Dich raus zu holen.
Was ist mit den Krankenhauskosten, die die Allgemeinheit zahlen muß, wenn die coolen Jungs losziehen um sich zu beweisen?
Wenn sie eine Piste verlassen und die Lawine andere tötet, wenn sie besoffen Ski fahren und andere töten und und und.
Niemand ist eine Insel, so ein Verhalten betrifft die Allgemeinheit und ist ASOZIAL!

Ich möchte damit nicht sagen, das Opfer sei selber Schuld, ich kenne ihn und die Umstände nicht und die Familie hat mein Beileid.

Es bringt mich nur auf die Palme, wenn ich sehe, wie rücksichtslos manche sind und denken. Sorry.
__________________
Ich verliere nie die Gelassenheit,
ich kann sie nur nicht immer sofort finden!
zauberin60 ist offline  
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Elisa (14.07.2009), kati (07.07.2009), Tio Hans (08.07.2009)
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  #6 (Permalink)
Alt 06.07.2009, 23:19
Teneriffa Conquistador
 
Registriert seit: 06.06.2009
Beiträge: 95
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Zitat:
Zitat von zauberin60 Beitrag anzeigen
Naja, klingt ja ganz lustig und cool, aber was ist mit den Helfern, die ihr Leben riskieren, um Dich raus zu holen.
Was ist mit den Krankenhauskosten, die die Allgemeinheit zahlen muß, wenn die coolen Jungs losziehen um sich zu beweisen?
Wenn sie eine Piste verlassen und die Lawine andere tötet, wenn sie besoffen Ski fahren und andere töten und und und.
Niemand ist eine Insel, so ein Verhalten betrifft die Allgemeinheit und ist ASOZIAL!

Ich möchte damit nicht sagen, das Opfer sei selber Schuld, ich kenne ihn und die Umstände nicht und die Familie hat mein Beileid.

Es bringt mich nur auf die Palme, wenn ich sehe, wie rücksichtslos manche sind und denken. Sorry.

genau deshalb sag ich ja das man mit gesundem menschenverstand handeln soll. wollte damit nicht sagen das man alles machen soll was einem in den sinn kommt..man sollte schon auf seine sicherheit und die anderer wanderer achten. aber ich finds halt auch bloedsinn nen helm oder so aufzusetzen. wenn da nen tonnenschwerer brocken runterkommt hilft einem der helm herzlich wenig...
bene ist offline  
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  #7 (Permalink)
Alt 06.07.2009, 23:21
Moderator
 
Benutzerbild von Santana
 
Registriert seit: 08.02.2007
Ort: Tenerife Sur y Willemstad/Curacao
Beiträge: 12,108
Abgegebene Danke: 3,607
Erhielt 3,918 Danke für 2,605 Beiträge
Der Unfall geschah am 25.Juni, und seitdem ist der Barranco geschlossen.
Der Unfall muss "geklaert"werden
Santana ist offline  
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  #8 (Permalink)
Alt 07.07.2009, 00:29
Mencey
 
Benutzerbild von Wanderer
 
Registriert seit: 30.05.2007
Ort: bei Stuttgart
Beiträge: 1,077
Abgegebene Danke: 147
Erhielt 124 Danke für 85 Beiträge
Ich finde es auch übertrieben im Baranco del Infierno einen Helm zu tragen. Gut wer das für nötig hält, soll es tun.
Dazu sei gesagt ich bin ein sehr vorsichtiger Mensch. Ich habe viele Bergwanderungen (nicht nur auf Teneriffa) gemacht. Wenn mir etwas zu riskant war bin ich umgekehrt. War das Wetter nicht sicher, bin ich gar nicht erst gestartet. Ich denke ich kann das Risiko gut einschätzen und entscheide mich dementsprechend.
Wie zum Beispiel vor zwei Wochen als wir als Betriebsausflug einen Gleitschirmflugschnupperkurs gemacht haben. (Nicht Tandemfliegen sondern selbst an einem kleinen Hang "kleine Hüpfer" machen) Das Risiko war für mich zu hoch, also bin ich nur passiv mitgefahren. Was ist passiert? Ein Kollege hat sich einen komplzierten Handgelenksbruch zugezogen. Nicht das ich das wollte oder vorausgeahnt habe. Es war einfach ein nicht kalkulierbares Risiko.

Im Baranco del Infierno von einem Steinschlag getroffen zu werden ist wohl unwahrscheinlicher als vom Blitz getroffen zu werden.
Das ist jetzt einmal passiert und bevor es wieder passiert bricht eher der Teide aus ...
Wanderer ist offline  
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  #9 (Permalink)
Alt 07.07.2009, 00:34
Mencey
 
Benutzerbild von Dietmar
 
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nicht übertreiben

Hallo,
ich habe es da wie bene. Nicht übertreiben.

Wenn man alle Probbleme 100%ig ausklammern will, sollte man ab sofort als Erstes nicht mehr mit dem Auto fahren, sondern zu Hause bleiben.

Die Wahrscheinlichkeit, beim Autofahren einen Unfall (tödlich oder lebenslänglich behindert) zu erleiden, ist um Vieles, Vieles höher als beim Wandern durch Steinschlag getötet zu werden. Davon redet aber kein Mensch-- warum eigentlich nicht?

Wir haben übrigens mit der Teneriffa-Schnellhilfe bei Unfällen beim Wandern nur beste Erfahrung gemacht. 2 mal kamen bei unseren Wanderungen bei Unfällen innerhalb kürzester Zeit Hubschauber und alles hatte die Teneriffa-Schnellhilfe zur besten Zufriedenheit gelöst!

Schöne Grüße
Dietmar
__________________
Fujifilm Finepix HS20EXR
OziexplorerCE
Fujitsu-Siemens LOOX N560

Wetterstation WS444PC und
Wireless Weatherstation WS555
www.ida-dietmar.eu
Dietmar ist offline  
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baumgartner (07.07.2009), ngounie (10.07.2009), Wanderer (07.07.2009)
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  #10 (Permalink)
Alt 07.07.2009, 13:58
Mencey
 
Benutzerbild von lagarto66
 
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Zitat:
Zitat von bene Beitrag anzeigen
genau deshalb sag ich ja das man mit gesundem menschenverstand handeln soll. wollte damit nicht sagen das man alles machen soll was einem in den sinn kommt..man sollte schon auf seine sicherheit und die anderer wanderer achten. aber ich finds halt auch bloedsinn nen helm oder so aufzusetzen. wenn da nen tonnenschwerer brocken runterkommt hilft einem der helm herzlich wenig...
Offenbar machen sich wenige klar, dass bereits kleine Steine mit wenigen cm Durchmesser schwerste Verletzungen verursachen können. Tonnenschwere Blöcke kommen erheblich seltener runter. Und gegen die kleinen Steine helfen Schutzhelme erwiesenermaßen. (Norm-Anforderung)

Dem Stein ist es ziemlich egal, ob er auf ein intelligentes Hirn trifft oder nicht. Aber wo nichts drin ist, muss man auch nichts schützen.
lagarto66 ist offline  
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Elisa (14.07.2009)
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