Hallo
Franz!
Am 14.05.2009 war es soweit.
Bei bestem Wetter machten meine Freundin und ich uns auf zu dem spektaklären Abenteuer Canal de
Masca.
Das die Strecke nicht ungefährlich ist, verrät ja schon die Gedenktafel eines 2001 verunglückten Spaniers.
Die Strecke war ganz schön verwittert. Schon am Anfang hatte man so seine liebe Mühe den Weg zu finden.
Nach geraumer Zeit kam nach einem kleinen Felsdurchbruch eine 50 cm dicke Wasserleitung, der wir folgten.
Doch schon nach wenigen Metern standen wir vor einer verschlossenen Tunneldurchführung. Also zurück.
Eine Kehre vor dem ersten Tunnel mussten wir dann ca. 10 m steil nach oben.
Der Weg war wie zuvor verwittert und kaum erahnbar.
Erleichterung stellte sich erst ein, als wir nach ca 2,5 Stunden den ersten langen Tunnel erreichten.
Was dann folgte war traumhaft. Herrliche Tunneldurchgänge, gigantische Aussichten, tiefe Schluchten, schwindelerregende Wegpassagen, der herrlich anzusehende Atlantik mit Booten so groß wie Nussschalen, ...
Es darf aber auch nicht verschwiegen werden, dass äußerste Konzentration gefordert war.
Wege teils nur handbreit bei steilen 100 m Tiefe und mehr. Felsvorsprünge in Kopfhöhe. Zugewucherte Wege, die neben so manchen Dornenstich teils einen sicheren Untergrund nur erahnen ließen.
Dann kam die besagte Brücke im Barranco Seco.
Links hoch - vorab sogar die Felsengruppe mit dem Tunneleinstieg skizziert - hinter jedem Stein gesucht - doch keinen Tunneleingang gefunden.
Wo um alles in der Welt ist dieser Eingang???
Eine, deinem Foto ähnliche Steinformation war nach ca. 80 m zu finden.
Doch an der Stelle, wo der Eingang sein könnte, lag ein bäunlicher Stein von ca. 1 Meter Durchmesser. Darunter loses Erdreich mit kleinen Steinen.
Verschüttet?
Die Fragen, die sich stellen sind:
War es die richtige Stelle?
Wenn ja, heißt das, dass der letzte Tunnel somit unpassierbar ist?
Wenn nein, wo ist der Tunneleingang?
Muss man auf den Weg oder im Barranco bleiben. (somit links der steil nach oben verlaufende Wasserleitung gehen)
Nach wieviel Metern kommt der Tunneleinstieg? (gerechnet ab der Brücke)
Uns blieb nichts anderes übrig, als den Barranco Seco hinaufzusteigen - zum Glück hatten wir unsere Wanderstöcker mitgenommen, die man für die Tunneltour und dem Abstieg in der Mascaschlucht nicht zwingend benötigt.
Der Aufstieg war eine Tortur.

Stellenweise stehst du in der Pampa und findest auf Grund der zugewucherten Wege keinen passenden Weg.
Der Weg verläuft zudem noch in alle Himmelsrichtungen.
Kommen dann noch die tiefen Wolken hinzu - herzlichen Glückwunsch.
Als grobe Orientierung, man geht komplett rechts vom Guergues-Steig hinauf und kommt oberhalb der Serpentinenstraße nach
Masca bei der ersten Finca an. Die Finca kann man durchschreiten, jedoch waren die frei laufenden Hunde nicht sehr vertrauenserweckend.
Besser quer zum Anfang des Guergues-Steig gehen.
Nach 8,5 Stunden (inkl. Pausen und vielen Fotostops) erreichten wir die Sepentinenstraße von
Masca.
Ein unvergessliches, aber wie Franzschon schrieb nicht unbedingt zu wiederholendes Abenteuer.
Und hier noch ein Tipp an alle.
Neben einer guten Physis sind 100 % Schwindelfreiheit ein MUSS!
Wer in der ersten halben Stunden ein mulmiges Gefühl hat, dreht besser gleich wieder um!!!
Denn diese
Wanderung steht nicht auf der Liste "1000 Dinge die ein Mensch in seinem Leben machen soll"
