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Zitat von nobbipassat
Spanisch bin ich zur Zeit am lernen, was mir ehrlich gesagt sehr schwer fällt. In Deutschland habe ich einen Grundkurs in spanisch gemacht. Der Referend sagte mir , es liegt daran das in meinem alter die Festplatte schon sehr voll ist. Aber ich hoffe das es besser wird.
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Herzlich willkommen, Nobbi.
Auch ich bin 58 und ich kann dir versichern, dass meine Festplatte nicht größer ist als deine. Allerdings habe ich mich beim Sprachenlernen JahrZEHNTE mit untauglichen Methoden herumgeschlagen.
Welches Ziel haben
Sprachschulen?
Das Ziel von
Sprachschulen ist die Vorbereitung auf eine fremdsprachige Uni oder eine Arbeitsstelle mit Auslandskontakt. Keine der
Sprachschulen, die ich im Laufe meines Lebens kennenlernte, brachte ihren Schülern ganz banale Unterhaltungen mit Einheimischen bei.
Was meine ich damit?
Ich bin seit vier Monaten an einer Sprachschule in England. Nicht unbedingt eine Zeitverschwendung, denn ich brauchte die Zeit, um endlich wach zu werden. Unter anderem könnte ich jetzt Vorträge über Charles Dickens halten, aber Charles Dickens ist nicht das Thema, mit dem ich mich beim Abendessen mit meiner Gastfamilie unterhalten würde. Über Charles Dickens könnte ich ziemlich fließend reden, während ich bei Alltagsgesprächen in meiner Gastfamilie hilflos herumstammelte wie ein Kind im ersten Schuljahr.
Im Laufe von drei Monaten wurde ich laaangsam besser und schneller, aber den Durchbruch schaffte ich erst, nachdem ich mich an die Lernmethode von Heinrich Schliemann erinnerte. Heinrich Schliemann war Kaufmann, Archäologe - als solcher Entdecker von Troja, und in der glücklichen Lage, sich in jungen Jahren keinen Sprachlehrer leisten zu können. Schliemann brachte sich Sprachen selbst bei, indem er sich fremdsprachige Texte vornahm, sie mit Hilfe von Wörterbuch und Grammatik übersetzte und auswendig lernte. Auf dem Höhepunkt seiner sprachlichen Karriere lernte er in einem Jahr vier Sprachen fließend.
Was nützt mir Heinrich Schliemann?
Ihn nachahmend, habe ich mir einen aktuellen Bestseller besorgt - in meinem Fall: "The Undomestic Goddess" von Sophie Kinsella PLUS das dazugehörende Hörbuch. Der Roman handelt von einer jungen Anwältin, die ihren Job verliert und sich als Haushälterin bewähren muss. Hier habe ich alles: Begriffe und Redewendungen aus dem Arbeitsleben und dem Haushalt und vor allem Dialoge.
Nobbi, ich bin umgefallen.
Zum ersten Mal in meinem noch jungen Leben lese ich, wie sich Engländer WIRKLICH unterhalten. Da wimmelt es von Gefühlsausbrüchen und brutalen Verstößen gegen die Grammatik, wenn bestimmte Aussagen besonders zu betonen sind. Das Buch hat 26 Kapitel. Zu Beginn jedes Kapitel mache ich mir den Inhalt klar; die deutschen Begriffe für noch unbekannte englische Vokabeln schreibe ich irgendwo an den Rand. Sobald ich jeden englischen Satz in ein sauberes Deutsch übersetzen kann, lerne ich das Kapitel so gut wie auswendig. "So gut wie" bedeutet nicht, dass ich mir jeden einzelnen Satz merke. Wenn mir zu Beginn eines Satzes der Rest einfällt, genügt mir das. Das Kapitel wiederhole ich an fünf aufeinanderfolgenden Tagen; danach ist mir der Inhalt vertraut genug und ich gehe zum nächsten Kapitel über. Das Kapitel im Hörbuch höre ich jeden Tag. Die Sprecherin ist zwar sehr, sehr schnell, aber da ich die Sätze bereits kenne, komme ich gut mit und mein Hörverständnis erweitert sich.
In etwa einem halben Jahr sollte ich den Roman durchgearbeitet haben. Dann, so denke ich, werde ich nahezu wie ein Engländer sprechen, wenn auch mit deutschem Akzent, und Sätze draufhaben, die mir keine Sprachschule jemals vermitteln würde.
Ich bin in einer ähnlichen Situation wie Du, Nobbi. Im kommenden Winter bin ich auf TF und will dann mein heftig verschüttetes Spanisch auffrischen. Für einen Roman reicht mein Vokabular noch nicht aus. Ich denke, ich werde mit einem Kinderbuch beginnen - einfache, kurze Sätze und dann vielleicht auf Comics übergehen.
HTH (Hope that helps)