Ich möchte gern auch aus meiner Sicht über das gestrige Konzert von Elton John berichten.
Vorausschicken will ich, dass ich den Künstler und seine Songs sehr liebe. Trotzdem war ich von dieser Veranstaltung sehr enttäuscht. Wir hatten einen wunderbaren Logenplatz - völlig kostenlos - auf einer natürlichen Aussichtsplatform neben dem Golfhotel und konnten von der Anhöhe die ganze Szenerie optimal überblicken. Von da konnten wir das ganze Chaos am Eingang 10 Meter unter uns genau beobachten. Das Konzert begann super pünktlich. Aber man muss sich Tausende von Menschen vorstellen, die Eintrittskarten zu 35 Euro hatten und durch ein Tor von max. 2 m Breite eingelassen wurden! Die Karten wurden im Schein von Taschenlampen kontrolliert und die armen Leute in den Riesenschlangen konnten weder vor noch zurück und mussten sich aufs Zuhören statt -sehen verlegen. Als das Pfeifkonzert und die Buhrufe immer lauter wurden - ca. 20 Minuten nach Konzertbeginn - öffnete man schließlich das Tor auf etwa 4 Meter und ließ die Leute unkontrolliert ein. Dies war die einzige Lösung, um nicht noch mehr Chaos anzurichten, das vorher schon auf den Straßen stattfand. Das ganze Gelände war großräumig abgesperrt (wir hatten Glück und konnten um 17 Uhr noch zu unserem Aussichtspunkt fahren) und man mutete den Zuschauern einen langen Fußmarsch zu, der dann vor dem Nadelöhr endete. Auf dem Gelände waren dann vorwiegend Stehplätze im dichten Gedränge, die Sitzplätze wurden erst später auch für die "niedrigen" Kathegorien freigegeben.
Leider sang und spielte Elton dann 50 Minuten lang neue, unbekannte Songs und der Funke sprang erst über, als er seine alten Welterfolge anstimmte. Der Sound war mit gerademal 5 Musikern auch nicht berauschend, der Gesang der Backgroundsängerinnen kam vom Band. Er blieb die meiste Zeit an seinem Flügel sitzen und fand nur wenige Worte an das Publikum. Die Kulisse -
Playa de Las Americas funkelte, die Berge hoben sich majestätisch im Vollmondlicht ab - war grandios und es war noch schön warm, aber dafür können die Veranstalter nichts! Ein paar Scheinwerfer färbten ab und zu das Bühnenbild und einige Laser wurden an den Himmel "geworfen". Sonst nichts! Ich war schon auf vielen Rockkonzerten, da wurde wesentlich mehr an Abwechslung geboten.
Im übrigen wurden wir immer wieder von Leuten angesprochen, die uns ihre Karten sogar schenken wollten, weil sie ebenfalls nicht ins Gedränge und die Show lieber auf dem Aussichtsplatz verfolgen wollten. Die hatten ebenfalls ihr Karten nicht bezahlt und aufgrund der Tatsache, dass viele das Konzert vorzeitig verließen, kann man davon ausgehen, dass die Eintrittskarten mangels Nachfrage zuletzt verschenkt wurden.
Ein riesiger Pluspunkt war jedoch, dass Elton mehr als 2 1/2 Stunden ohne Pause sang, was eine großartige Leistung von ihm war! 5 Minuten vor Schluss fuhren wir heim, um dem großen Abfahrtsgedränge zu entgehen, was vorauszusehen war. Nach vielen Umleitungen, die sogar sehr lobenswert mit "Salida" beschriftet waren (Hinweise auf die vorhandenen "Entradas" fehlten total!) konnten wir unsere Heimfahrt in den
Norden antreten.