Dank EU sind wir in Teneriffa lebenden ja keine Auswanderer mehr, sondern lediglich umgezogen.
Aufgrund der WWK (Weltwirtschaftskrise) macht sich der eine oder andere vielleicht auch Gedanken über seine eigenen finanziellen Verpflichtungen und seinen Beitrag zur Gesellschaft, welcher - ich wage es nun einmal in den Raum zu stellen - wenn er aus Deutschland kommt, verpflichtet ist.
Damit meine ich nicht unbedingt die Verpflichtung gegenüber der deutschen Gesellschaft, sondern vielmehr die Gesellschaft, in welcher wir heute leben, nämlich in der EU, die uns das Leben hier in Teneriffa überhaupt möglich macht.
Welche Verpflichtung haben wir im Sinne von Gerechtigkeit und Geben, nachdem wir in den Genuss der Vorteile gekommen ist?
Und ich bezweife, dass es viele geben wird, die glaubhaft darstellen können, dass sie nicht die Vorteile unseres von steuermitteln-finanzierten Rechtsstaats (Stichwort Grundgesetz) kennengelernt haben.
Und falls einer auf die (plumpe) Idee kommt, zu meinen, dass die EU von Deutschland bereits genug profitiert hat, dann meine ich, sollte man sich derjenige vielleicht mal fragen, ob Deutschland tatsächlich so "dumm" ist oder ob sie nicht mindestens genauso von der EU profitiert wie die EU von Deutschland.
(Offenkundig hat Deutschland zwar viel in den Topf eingezahlt, aber det macht Deutschland doch net aus Mutter-Theresa-Gründen, irgendwer muss ja die deutschen Exporte kaufen, und Deutschland ist net umsonst Export-Weltmeister, oder nur noch auf den obersten Plätzen? ...)
Geändert von Kirsche (10.05.2009 um 14:36 Uhr)
Grund: Umfrage
Und ich bezweife, dass es viele geben wird, die glaubhaft darstellen können, dass sie nicht die Vorteile unseres von steuermitteln-finanzierten Rechtsstaats (Stichwort Grundgesetz) kennengelernt haben.
Nun, welche Vorteile einem Deutschland bietet, ist sicherlich nicht einfach zu beantworten. Erst recht nicht, wenn man nicht lange genug im Ausland gelebt hat um es wirklich vergleichen zu koennen was besser, schlechter, anders ist...
Ich denke aber dass ich behaupten kann, dass ich/wir (also meine Familie) bzgl. des finanziellen Aspektes bislang mehr gezahlt als bekommen haben, da wir keinerlei Arbeitslosengeld/-hilfe, keine Sozialhilfe, kein Bafoeg, etc. und nur geringe Renten in Anspruch genommen haben. Aber mit den Steuern bezahlt man letztlich ja noch mehr, wovon man auch Nutzen hat: angefangen bei sowas wie Autobahnen, aber natuerlich noch viel mehr darueber hinaus. Letztlich halt das gesamte System was Deutschland ausmacht. Nicht alles davon braucht und nutzt der einzelne, aber vieles nutzt man letztlich dann ja doch irgendwie gerne bzw. wuerde es vermissen wenn es nicht so da waere / angeboten wuerde...
Ich denke aber dass ich behaupten kann, dass ich/wir (also meine Familie) bzgl. des finanziellen Aspektes bislang mehr gezahlt als bekommen haben, da wir keinerlei Arbeitslosengeld/-hilfe, keine Sozialhilfe, kein Bafoeg, etc.
Dem kann ich mich nur anschliessen. Wirklich wichtig ist anzumerken das wir in einer freien Gesllschaft leben in der alle Menschen (vergleichsweise) die gleichen Chancen haben. Absolut Spitze ist immer noch unser Bildungssystem z.B. die (Duale)Berufsausbildung ist ohne Beispiel in der Welt. Das Gesundheitssystem ist immer noch eines der besten der Welt. Das lässt sich beliebig fortsetzten ein echtes Traumland unser schönes D...wenn nur das Wetter nicht so Sch.... wäre!
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Absolut Spitze ist immer noch unser Bildungssystem z.B. die (Duale)Berufsausbildung ist ohne Beispiel in der Welt.
Hallo DonAlberto,
mit den anderen Dingen magst Du Recht haben, mit dem Bildungssystem allerdings nicht. Die duale Berufsausbildung ist eine gute Sache, keine Frage, aber das deutsche Schulsystem ist eines der unfairsten europäischen Schulsysteme.
Es verursacht eine Bildungsungleichheit, die nun endlich durch die Ergebnisse der PISA-Studien publik gemacht wird.
Ich habe jahrelang in der offenen Kinder- und Jugendarbeit gearbeitet und kann dies aus eigener Erfahrung nur bestätigen.
Hier ein Link dazu: http://www.wzb.eu/publikation/pdf/WZ...0801_solga.pdf
Gruß/Saludo
Conny
__________________
Si lloras por no haber visto el sol,
las lágrimas te impedirán ver las estrellas
aber das deutsche Schulsystem ist eines der unfairsten europäischen Schulsysteme.
Es ist Ländersache, daher gibt es auch große Unterschiede zwischen den Bundesländern. Ich bin ein absoluter Verfechter des 3gliedrigen Schulsystems das vorab. Große Defizite sind in meinen Augen das es zuwenig Ganztagsangebote gibt, das es keine Schuluniformen (nach Angelsächsischem Vorbild) und keine Schulspeisung gibt. Dies natürlich kostenlos und für alle verbindlich und gleichermassen. Ich denke das würde mehr Fairness und weniger Stigma für alle bedeuten. PISA tja da werden wieder alle über mich herfallen aber ich traue mich trotzdem. Integration misslungen PISA Ergebnisse entsprechend. Gerade in westdeutschen Großstädten ist der Migrationshintergrund der Schüler das größte Problem bei der Vermittlung von Wissen. Ich kenne eine Grundschullehrerin aus Duisburg die sagt...Grundschule ist bei uns ein 4 jähriger Deutschkurs...
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Es ist Ländersache, daher gibt es auch große Unterschiede zwischen den Bundesländern. Ich bin ein absoluter Verfechter des 3gliedrigen Schulsystems das vorab.
Du bist also wirklich der Ansicht, das ein Grundschullehrer, der während seines gesamten Lehramtsstudiums in keinster Weise, auf diese Situation vorbereitet wurde, in der Lage ist, über das zukünftige berufliche Schicksal von Schülern und Schülerinnen zu entscheiden?
Denn es ist der Klassenlehrer, der das notwendige Gutachten erstellt.
Es sind genau diese Lehrer, die bei Schülern, die ihnen sympathisch sind, öfter mal Fehler übersehen und gerade, bei Schülern, die sie für schlecht halten, jeden Fehler sehen.
Und dies ist keine Schwarzmalerei, sondern Fakt. Es gibt verschiedene Untersuchungen zu diesem Thema (habe Sozialwissenschaften & Pädagogik studiert).
In einigen Schulen wird deswegen sogar darüber nachgedacht, den Kindern vor dem Schreiben einer Klassenarbeit, über ein Zufallssystem eine Nummer zuzuweisen, so das sie ihren Namen auf den Blättern nicht angeben müssen, so das Lehrer ihre Schulnoten viel objektiver vergeben.
Ich habe mich oft in Situationen eingemischt, bei denen Lehrer entschieden hatten, das das jeweilige Kind in einer Hauptschule am besten aufgehoben wäre. Meistens bei Kindern von Eltern, die sich nicht in der Schule blicken ließen und alle Schulentscheidungen der Schule überließen.
Wenn ich nachgefragt habe, aufgrund welcher Gründe, die Entscheidung zu Gunsten der Hauptschule gefallen war, hörte ich Dinge wie:
"Da seine besten Freunde, auch auf die Hauptschule XY gehen werden, dachte ich mir, das es so besser wäre." Und das bei einem Kind, das wirklich gute Noten hatte und der deutschen Sprache durchaus mächtig war.
Oft wurden die Gutachten aufgrund meiner Einmischung geändert und diese Schüler konnten auf der Realschule oder auf dem Gymnasium gut mit den anderen Schülern mithalten.
Und dies sind 10 Jahre praktischer Erfahrung.
Aber jedem seine Meinung...
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mit den anderen Dingen magst Du Recht haben, mit dem Bildungssystem allerdings nicht. Die duale Berufsausbildung ist eine gute Sache, keine Frage, aber das deutsche Schulsystem ist eines der unfairsten europäischen Schulsysteme.
Es verursacht eine Bildungsungleichheit, die nun endlich durch die Ergebnisse der PISA-Studien publik gemacht wird.
Ich habe jahrelang in der offenen Kinder- und Jugendarbeit gearbeitet und kann dies aus eigener Erfahrung nur bestätigen.
Hier ein Link dazu: http://www.wzb.eu/publikation/pdf/WZ...0801_solga.pdf
Gruß/Saludo
Conny
Ich finde es erschreckend, dass in der vierten Klasse über den Lebensweg entschieden wird. Ich wage zu bezweifeln, dass ein Grundschullehrer in der Lage ist, jedes Kind und seine Fähigkeiten in diesem Alter bestimmen zu können. Zudem die Hauptfächer wie Mathe Deutsch Englisch ein grosses Gewicht haben und Kreativität nicht benotet wird.
Ich finde das System wie es auch in Spanien angewandt wird (10-12 Jahre in ein und der gleichen Schule und Leistungskursangebote) wesentlich besser und gerechter.
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Nun, unser Schulsystem ist doch in jede Richtung durchlässig?! Es gibt unzählige Möglichkeiten selbst noch als Erwachsener Abitur (Fachabitur) zu machen. Wenn ich nur an die Höheren Handelsschulen denke, nur ein Beispiel...Wer es schaffen will der kann es auch schaffen in D und in jeder anderen freien Gesellschaft auch. Aber gerade beim Schulsystem kommt alle 5 - 10 Jahre etwas Neues und dann bleibt doch alles beim Alten....Gott sei dank
Die Lasten der völlig verfehlten Integrationspolitik nun auf alle Schulformen zu "verteilen" in der Hoffnung dann wird es schon besser, ist der falsche Weg. Ich weiss ja nicht ob ihr eigene Kinder habt, dann ist die Sicht meist eine etwas andere...und wenn ich an die Wartelisten der Deutschen Schulen im Ausland (auch in Spanien und auf TF) denke, mmmmh kann doch nicht so übel sein unsere deutsche Art zu lernen.
Folgender Benutzer sagt Danke zu DonAlberto78 für den nützlichen Beitrag:
Ich finde es erschreckend, dass in der vierten Klasse über den Lebensweg entschieden wird.
Hier wird keinesfalls der Lebensweg eines Grundschülers entschieden.
Die "Empfehlung" der Grundschule, welche weiterführende Schule sinnvoll erscheint, ist eine Momentaufnahme und auch nur eine Empfehlung.
Für manchen Schüler reicht es eben im Alter von 10 Jahren nicht für das Gymnasium (manche sind da evtl. auch schon 12 Jahre ) und andere müssen nach der 2. Klasse Gymnasium einsehen, dass Realschule evtl. besser geeignet ist.
Hier sind alle Wege offen!
Ich kenne privat einige Leute, die von der Hauptschule, über Realschule, dann Abi, dann Studium, zwischendurch noch Wehrdienst heute als Arbeitgeber ihren Platz gefunden haben und zurück zum Thema: kräftig Steuern bezahlen.
Das ist schon ganz gut gelöst in Deutschland!
Folgender Benutzer sagt Danke zu diddes für den nützlichen Beitrag:
Hier wird keinesfalls der Lebensweg eines Grundschülers entschieden.
Die "Empfehlung" der Grundschule, welche weiterführende Schule sinnvoll erscheint, ist eine Momentaufnahme und auch nur eine Empfehlung.
Für manchen Schüler reicht es eben im Alter von 10 Jahren nicht für das Gymnasium (manche sind da evtl. auch schon 12 Jahre ) und andere müssen nach der 2. Klasse Gymnasium einsehen, dass Realschule evtl. besser geeignet ist.
Hier sind alle Wege offen!
Ich kenne privat einige Leute, die von der Hauptschule, über Realschule, dann Abi, dann Studium, zwischendurch noch Wehrdienst heute als Arbeitgeber ihren Platz gefunden haben und zurück zum Thema: kräftig Steuern bezahlen.
Das ist schon ganz gut gelöst in Deutschland!
Die sogenannte Momentaufnahme klingt toll, wer nur einmal auf der Hauptschule gelandet ist, wird kaum die Chance haben zu studieren. Und nicht alle sind so ehrgeizig wie deine Bekannten, manche resignieren sogar.
Wenn Dein Kind es auf dem Gymnasium nicht packt, wird es in den meisten Fällen direkt auf die Hauptschule verwiesen, weil die Realschulen hoffnungslos überfüllt sind. Allerdings war zu meiner Zeit das Leistungsniveau einer Haupttschule in Deutschland weitaus höher anzusehen als heute.
Ich kenn auch Leute, die es von der Hauptschule zum Internisten geschafft haben (Leute ist übertrieben, ich kenn eine). Zum anderen braucht es aber auch die Unterstützung der Eltern, finanziell wie intellektuell.
Viele Eltern vertrauen leider der Leistungsempfehlung, weil sie unter Umständen gar nicht die Leistungsfähigkeit Ihrer Kinder erfassen können bzw. den Lehrer nicht hinterfragen und blind vertrauen.
Wenn hier alle Wege offen sind, frage ich mich, wie Kinder eines Hartz IV Empfängers studieren können. Wie sollen sie eine Studiengebühr aufbringen, abgesehen davon, dass man unter Umständen in einer anderen Stadt studieren muss und so auch noch Miet- und Lebenshaltungskosten anfallen.
Und zurück zum Thema: Auch Nichtarbeitgeber besser bekannt als Arbeitnehmer zahlen Steuern und ohne deren Arbeitskraft wären die lieben Arbeitgeber ganz schön in den Hintern gekniffen.
Übrigens wird der höchste Steuersatz in Deutschland bei einem Jahreseinkommen von ca. 45000€ gezahlt, dies sind 50%. Ein Spitzenverdiener zahlt nicht mehr. Moment hier die Verhältnismäßigkeit:
45000: 2= 22500 100000: 2= 50000
Huch der arme Spitzenverdiener kassiert nur das Doppelte!
Jetzt bitte nicht sagen, der Spitzenverdiener trägt ja auch das höhere Risiko. Zumwinkel und Co. sowie verantwortungsbewußte Firmen wie Nokia und Co. belegen wohl, wie es mit dem Risiko aussieht.
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