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Flora Canaria von Prof. Dr. Schönfelder
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Die Kanarischen Kiefern:
Die Kanarischen Kiefern sind ein wichtiger Bestandteil der Wassergewinnung auf den Inseln. Ohne diese bemerkenswerten Bäume, wäre es im
Norden der Insel nicht so grün. Die Kiefern haben bis zu 30 cm lange Nadeln. Mit diesen Nadeln ?melken? die Kiefern die Passatwolken. Das so gewonnene Wasser dient nicht nur dem Baum, sondern der ganzen
Flora und
Fauna auf der Insel.
Die Bäume sind sehr robust und überstehen ohne weiteres Waldbrände. Die Rinde ist nach einem Brand zwar verkohlt. Aber nach kurzer Zeit kommt wieder frisches Grün nach. Dieses Phänomen ist derzeit in der Gegend um Santiago del
Teide usw. zu bebachten. Die Gegeneden, in denen letztes Jahr der Waldbrand, der in Campeches in
Los Realejos ausgebrochen ist, gewütet hat. Ganz nach dem Motto: ?Das Leben findet einen Weg.?
Weil wir schon von den Nadeln sprechen. Die abgefallenen Nadeln werden z.B. von Bauern zum Stall einstreuen verwendet. Von einem Nachbarn habe ich mir erzählen lassen, daß früher die Nadeln als Verpackungsmaterial für die
Bananen verwendet wurden.
Jeder, der schon mal im Wald auf der Insel unterwegs war, hat bestimmt schon mal die total überladenen Lastwagen mit den Kiefernnadeln gesehen. Dieses Jahr haben wir bei einer Radtour, in der Nähe des Grillplatzes Chanachiga, einen riesen Schrecken bekommen. Wir fuhren so dahin und plötzlich hörte ich im Unterholz etwas knacken und eine Gestalt hinter einem Baum verschwinden. Kurz darauf sah ich ein Muli im Wald stehen. Als wir näher kamen sahen wir einen alten Canario der auf sein Muli Kiefernnadeln auflud.
In den 1950er Jahren wurde der Wald auch mal durch andere Kiefernarten aus Kanada aufgeforstet. Man stellte jedoch fest, daß diese die Wolken nicht melken können und auch nicht so resistent gegen Wind sind. Derzeit werden diese Kiefern z.B. an der Auffahrt zum
Teide wieder gefällt.
Aber nicht nur die Kiefern sind wichtig für die Wasserversorgung der Insel. Die Frage ist auch: Wie funktioniert die Wasserversorgung auf der Insel?
Das Wasser das durch Regen im Boden versickert ist und das Wasser, das die Kiefern aus den Passatwolken gemolken haben und nicht selbst sofort verbrauchen wird in tiefen Stollen, die in den Berg getrieben werden wieder aufgefangen.
Im
Norden der Insel gibt es viele Wassergalerien. Mit Loren wird das Gestein, das durch Verlängerung der Stollen aus dem Fels geschlagen wird, ins Freie transportiert. Vor den Galerien sieht man oft riesige Abraumhalden. In den Stollen tröpfelt das Wasser von der Decke und wir aufgefangen. Über ein ausgeklügeltes Leitungssystem wird das Wasser auf der ganzen Insel verteilt. Manche Wasserkanäle sind offen und manche mit Beton verschlossen. Auf diese Weise geht natürlich weniger Wasser durch Verdunstung verloren.
Dem Kanalsystem hat
Teneriffa auch ein großes Waldwegenetz beschert. Wenn man in den Wäldern wandert, dann hört man oft ein Getöse. Das Rätsel löst sich sehr schnell auf, woher der Lärm kommt. Man befindet sich ganz einfach in der Nähe einer Wasserleitung. Das Wasser rauscht in hoher Geschwindigkeit durch die Leitung.