der WDR zeigt in seiner Porträtreihe "Am Menschen hautnah" am 04.03. um 22:30 Uhr und am 05.03. um 14:15: "Wie Crash-Kid Andi erwachsen wurde". - Ein Film von Jochen Klöck
Na ja, Teneriffa taucht da nur am Rande auf, aber mein Suchprogramm will das so:
"Ich will nie wieder Scheiße bauen", sagt der 13jährige Junge in die Kameras, und man ist geneigt, ihm zu glauben. Andi klaute einen LKW, ging damit auf Spritztour, wurde festgenommen und vom Jugendamt in eine "erlebnispädagogische" Maßnahme auf Gomera gesteckt. Dort griff er seine Betreuerin an, floh nach Teneriffa, wurde erwischt und machte Schlagzeilen - als das "jüngste Crash-Kid der Republik" und das beste Beispiel für gescheiterte Jugendarbeit. Ein Jahr später überrollte ein LKW den Verkehrspolizisten Tom Kusters, Vater von zwei Kindern. Am Steuer hatte Andi gesessen. Er wird zu vier Jahren Jugendstrafe verurteilt. Doch dabei bleibt es nicht. Fast acht Jahre hat Andreas seitdem hinter Gittern verbracht: Vergewaltigung, Körperverletzung, Drogenhandel, schwerer Raub und immer wieder: wegen Fahrens ohne Führerschein.
Seit knapp zwei Jahren ist Andreas auf Bewährung wieder frei. Er ist 24 Jahre alt und steht am Scheideweg: Schafft er es, als nicht kriminelles Mitglied der Gesellschaft ein neues, drittes Leben zu beginnen? Es sieht nicht gut aus. Regelmäßig bekommt er Post von der Staatsanwaltschaft. Die ermittelt gegen ihn wegen Fahrens ohne Führerschein, wegen Drogenbesitzes, wegen Körperverletzung, sogar wegen Raubes. Es scheint also nur eine Frage der Zeit, bis ein Richter seine Bewährung widerruft.
Vor zehn Jahren hatte der 13-Jährige in die Kameras gesagt: "Ich habe mich jetzt unter Kontrolle." "Quatsch", sagt er heute, wenn er die Bilder von damals sieht. "Ich war wie ein kleines Pulverfass. Ein Funken, und ich bin explodiert. Ich war sehr aggressiv, nach der Devise: Bevor mich einer kaputt macht, mach ich den kaputt." Ein knappes Jahr später durchbrach er mit dem geklauten LKW die Straßensperre und tötete den niederländischen Polizisten. "Warum ich da sehenden Auges rein bin, ich habe keine Ahnung", sagt er heute. "Einen Moment nicht nachgedacht, und schon war es zu spät. Ich wusste keinen Ausweg mehr, was auch immer." Verdrängung. Bislang hat er abgelehnt, sich diesem Thema zu stellen. Eine Therapie verweigert er.
Andi erzählt von seiner Kindheit. Er ist intelligent. Seine Kfz-Ausbildung während der Haft hat er als bester Prüfling des Rhein-Sieg-Kreises abgeschlossen. Er hat eine Freundin und - eine vier Monate alte Tochter. Für sie will er es jetzt schaffen. Wollte es schaffen. Die nächste Gerichtsverhandlung rückt näher. Voraussichtlich muss er wieder in den Knast.
Menschen hautnah will seine Geschichte erzählen und der Frage nachgehen, warum es nicht gelang, ihn in ein "normales Leben" zu integrieren, obwohl er so früh in die Obhut der deutschen Behörden kam."
Für solche Typen hier noch Werbung zu machen finde ich ziemlich für den Arsch. Weitere Kommentare gebe ich dazu nicht ab, rege aber an diesen Tread zu löschen.
ich mache keine "Werbung" für "solche Typen", sondern mache auf eine TV-Sendung aufmerksam, in der Teneriffa vorkommt. Es ist jedem selbst überlassen, ob er sich das anguckt oder nicht.
Ich finde es aber bedauerlich, dass du derart auf einen Bericht über einen Menschen reagierst, der (bisher) im Leben gescheitert ist.
ich finde es generell schlecht, einem Straftäter so viel Aufmerksamkeit zu zollen.
Auch diese Auswanderersendung (die Sache mit dem Dosenwilli) stößt mich eher ab. Ich hoffe doch sehr, dass die meisten Auswanderer etwas mehr an Planung und Intelligenz und etwas weniger an Gutgläubigkeit und Naivität mitbringen.
Aber die "Normalos" sind halt nicht gerade fernsehtauglich, weil zu langweilig.
ich mache nur, wenn ich dran denke, auf Sendungen aufmerksam, in denen Teneriffa vorkommt. Ob jemand sich das anguckt, ist ja seine eigene Entscheidung. Ich möchte keine Zensur treffen, was zu sehen sinnvoll ist und was nicht.
In der Beschreibung der Sendung heißt es ja u. a.: "... der Frage nachgehen, warum es nicht gelang, ihn in ein "normales Leben" zu integrieren, obwohl er so früh in die Obhut der deutschen Behörden kam." Es geht den Autoren sicher nicht darum, auf die Person aufmerksam zu machen, sondern aufzuzeigen, dass unsere Jugendhilfe möglicherweise geändert werden muss. Zu erkennen, was geändert werden muss, ist die Kenntnis, wie die Sache hier gelaufen ist, sicher sinnvooll.
Es geht den Autoren sicher nicht darum, auf die Person aufmerksam zu machen, sondern aufzuzeigen, dass unsere Jugendhilfe möglicherweise geändert werden muss. Zu erkennen, was geändert werden muss, ist die Kenntnis, wie die Sache hier gelaufen ist, sicher sinnvooll.
Sicher, sicher. So sinnvoll wie eine Supernannysendung oder wie diese ganzen Sachen auch heißen mögen (Ich schaue so etwas nicht).
Der Gesetzgeber und die sonstigen Verantwortlichen kennen die Problematik. Und werden etwas daran ändern, oder auch nicht (ich befürchte eher, dass nicht). Dass Leute wie du und ich (ich nicht, denn ich werde es mir nicht ansehen ) uns diese Sendung ansehen, wird an dieser Problematik rein gar nichts ändern.
Diese Sendung hat meiner Meinung nach nichts mit Teneriffa oder Auswandern im allgemeinen zu tun. Mich persönlich stört es nicht, dass du den Tipp hier postet, aber ich finde den Hinweis unnötig/unpassend.
Liebe Grüße
Elke
Geändert von ElkeS (22.02.2010 um 13:40 Uhr)
Grund: Schreibfehler
du sagtest ja, dass du den "Dosenwilli"-Film auch nicht gut fandest. Für den Tipp (er kam nicht von mir) haben sich aber fünf Leute bedankt und zwei weitere erkundigt, wo sonst man den noch sehen kann. Geschmäcker sind eben unterschiedlich, und, ich sagte ja schon ich will nicht zensieren.
Im Übrigen ist man hinterher immer schlauer. Man kann einen Film auch zu gucken anfangen und abschalten wenn man merkt, er ist nicht das, was man sich wünscht.
Für solche Typen hier noch Werbung zu machen finde ich ziemlich für den Arsch. Weitere Kommentare gebe ich dazu nicht ab, rege aber an diesen Tread zu löschen
von Werbung fuer diesen "Typen" konnte ich an dem Beitrag nichts erkennen... es wurde lediglich auf eine Reportage des WDR aufmerksam gemacht. Zudem ist der WDR ja nicht gerade dafuer bekannt, der reisserischste aller Sender zu sein, d.h. die Reportage wird vermutlich sogar relativ sachlich sein (anders waere eine solche Sendung ggf. auf RTL, PRO7 oder anderen...).
Ansonsten denke ich grundsaetzlich auch, dass jeder eine zweite oder auch dritte oder x.te Chance verdient hat, solange ein gewisser guter Wille und eine Besserung zumindest immer mal wieder erkennbar ist und "Hoffnung besteht". Vielleicht hattest Du bislang nur Glueck im Leben (bzw. kein Pech) und kannst deshalb nicht nachvollziehen wie es "solchen Typen" geht und wie schnell man selbst zu einem "solchen Typ" werden kann.
Die geschilderte Story klingt zwar schon nach viel "Vorsatz" und ich bin aufgrund der Kurzfassung auch skeptisch, ob da noch was zu retten ist und spaetestens der Tatbestand der fahrlaessigen Toetung (oder als was wurde das vor Gericht verurteilt?) hat zurecht einen sehr faden Beigeschmack der einen nur schwer ueber Dinge hinwegsehen laesst...
... ein anderer aktueller Fall aus den Medien ist ja Menowin (DSDS)... der hat vor Jahren auch sehr viel Scheisse gebaut, hat aber - so denke ich aktuell - wirklich draus gelernt. Und sieht sein Leben nun auch ganz anders. Menowin goenne ich seinen jetzigen Erfolg und fiebere mit ihm, ich tippe dass er es mindestens bis in die Top3 schafft und gute Chancen auf den 1. Platz hat. Weil er unbestritten sehr gut singen und performen kann und ohnehin zu den besten dieser Staffel gehoert, aber gerade auch WEIL er vielen Leuten symphatisch ist weil ers geschafft hat (sein Leben in den Griff zu kriegen und sich auch den Konsequenzen seines frueheren Lebens zu stellen). Ein Fall, der mich bei meiner "2.Chance"-Theorie bestaerkt und warum sollten dann nicht auch andere diese bekommen?
Folgende 2 Benutzer sagen Danke zu Michael für den nützlichen Beitrag:
Ansonsten denke ich grundsaetzlich auch, dass jeder eine zweite oder auch dritte oder x.te Chance verdient hat, solange ein gewisser guter Wille und eine Besserung zumindest immer mal wieder erkennbar ist und "Hoffnung besteht". ...
... . Ein Fall, der mich bei meiner "2.Chance"-Theorie bestaerkt und warum sollten dann nicht auch andere diese bekommen?
@Michael und die beiden Herren, die Michael für seinen Beitrag gedankt haben - Du (ihr) scheint nach Euren bisherigen Beiträgen ja wirklich nette Menschen zu sein, und deswegen mache ich mir die Mühe, meinen Senf beizugeben, weil ich glaube, dass ihr über meinen Senf nachdenken werdet:
Ich denke auch, dass jeder grundsätzlich eine 2. Chance (und wir können noch gütiger sein und jedem grundsätzlich eine xte Chance geben), und deswegen entscheiden wir uns dafür, diese 2. Chance dem Opfer (z.B. demjenigen, der vergewaltigt wurde) oder, falls nicht möglich, weil das Opfer tot ist, geben wir diese 2.Chance doch der Familie des Opfers, welche auch Opfer und Leidtragende sind, weil sie einen geliebten Menschen verloren haben.
WIE aber gebe ich diese 2.Chance diesen Menschen, wo das geschehene doch nicht mehr ungeschehen gemacht werden kann, weil man die Zeit nicht zurückdrehen kann?
Durch RESPEKT. Die Gesellschaft muss anerkennen, dass dem Opfer schlechtes zugefügt worden ist und dass alles versucht wird, damit dies nicht wieder, weder dem Opfer noch einem anderen Menschen zugefügt werden kann.
Die 2.Chance bzw. die einzige Chance für das Opfer, sein Leid aufzuarbeiten ist, kann nur geschehen durch Anteilnahme und Respekt durch die Gesellschaft. Das Opfer wird nicht vergessen, sein Leid wird nicht vergessen, sein Leid wird nicht unterbewertet, indem man dem Täter die 2.Chance gibt, ein weiteres Opfer zu finden. Wenn die Gesellschaft dem Täter eine 2. und X-te Chance gibt, wurde vergessen, wie schlimm die Tat war - das Opfer wird dadurch verhöhnt, und das Opfer ist nicht nur durch den Täter geschädigt worden, sondern wird durch die Gesellschaft noch ein 2.Mal geschädigt.
Ich gebe euch Recht. Jeder Mensch hat eine 2.Chance verdient.
Ich entscheide mich ganz besonders für das Opfer!
Mir tun die Täter auch leid, die es in ihrem Leben nicht einfach hatten, und einmal falsch abgebogen sind und eine falsche Entscheidung getroffen haben. Aber mir tut das Opfer mehr leid, denn das Opfer hatte noch nicht einmal die Möglichkeit, eine falsche Entscheidung zu treffen. Das Opfer ist einfach nur das Opfer bleibt Opfer bleibt Opfer.
Ein guter Wille ist nett und schön, aber die Taten zählen.
Der Täter hat sein ganzes Leben lang Zeit, jeden Tag eine weitere Chance, sein Leben zu verbessern. Jeden Tag.
Das Opfer muss sich sein ganzes Leben lang damit beschäftigen, sich sein EINZIGES Leben zurück zu ERKÄMPFEN. Um das Opfer zu unterstützen, muss man ihm RESPEKT zollen oder weiss jemand, wie man die Uhr zurückdrehen kann?
P.S.: Bitte nicht über mich spekulieren, ob ich ein Opfer bin, oder ob ich mit einem goldenen Löffel geboren wurde, das ist für den Inhalt meiner Aussage nämlich unwichtig. Und liege ich so falsch mit meiner Meinung?
Geändert von Sophie (22.02.2010 um 21:39 Uhr)
Folgende 2 Benutzer sagen Danke zu Sophie für den nützlichen Beitrag: