Zu Tisch auf ...
La Palma
Arte
Mo, 10.01.2011 | 12:15 - 12:45 Uhr deutsche Zeit
Auf
La Palma ermöglicht ein komplexes, von privaten Aktiengesellschaften unterhaltenes Bewässerungssystem den Anbau von Obst, Gemüse und Blumen auf den Terrassen, die die Inselbewohner an den steilen Berghängen angelegt haben.
An der
Caldera, dem Kraterrand des Vulkans, aus dem die kanarische Insel
La Palma entstand, regnet es nahezu täglich. Um auf der fruchtbaren, reich mit Mineralien durchsetzten Erde Ackerbau betreiben zu können, mussten die Palmeros Terrassen an den steilen Hängen anlegen, um das reichlich vorhandene Wasser von Terrasse zu Terrasse zu leiten - bis hinunter an den Fuss des Vulkans. Diese wichtige Entwicklungsaufgabe für die Insel haben im 19. Jahrhundert private Aktiengesellschaften vor Ort finanziert. Auch heute noch verdienen diese mit dem kontinuierlichen Element der Natur ihr Geld. Mit einer Wasseraktie erwirbt man das Recht auf eine ganz bestimmte Wassermenge pro Minute - 365 Tage im Jahr.
Pedro Machin Perrez aus dem 2.000-Seelen-Ort Puntagorda im Nordwesten der Insel arbeitet für eine Wassergesellschaft. Diese verwaltet unter anderem das Wasser von Aktionären, die sich kein eigenes Auffangbecken leisten können. Pedros Frau Anicia giesst mit Hilfe der Bewässerungssysteme ihre Blumen, die sie zweimal pro Woche an die Blumenläden der Insel und an Privatleute verkauft. Aber Anicias grosse Leidenschaft ist das Kochen und sie beherrscht die traditionellen Rezepte der Insel.
In der Berghütte der Familie bereitet sie Carne de
Conejo en Salsa - Kaninchen in einer Sosse aus fruchtigen Paprikaschoten, Tomaten, Mandeln und Mojo Rojo. Mojo Rojo, "rote Sosse", wird aus getrockneten Paprikaschoten, Knoblauch, Olivenöl, Apfelessig und Kreuzkümmel im Mixer hergestellt. Sie wird gekochten Kartoffeln ebenso beigegeben wie gegrilltem Fleisch.
Auf
La Palma ermöglicht ein komplexes, von privaten Aktiengesellschaften unterhaltenes Bewässerungssystem den Anbau von Obst, Gemüse und Blumen auf den Terrassen, die die Inselbewohner an den steilen Berghängen angelegt haben. Dieses System geht auf das 19. Jahrhundert zurück und hat der Insel einen bescheidenen Wohlstand gebracht.
"Zu Tisch auf ..." reist in die Regionen Europas und schaut bei der Zubereitung traditioneller Gerichte zu. Die Küchenkultur europäischer Landschaften offenbart ihren Reichtum und weckt Verständnis für eine vielleicht fremde Lebensart.
Deutschland,
2005 Regie: Elke Sasse
Stereo