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Arbeitslosigkeit
Eigentlich werden die Daten zur Arbeitslosigkeit des spanischen Statistikamts Instituto Nacional de Estadística (INE) erst morgen offiziell bekannt gegeben. Allerdings veröffentlichte die spanische Zeitung ABC bereits am Dienstag die Daten, da sie durch einen Systemfehler kurze Zeit auf der Webseite des INE zu sehen waren.
Laut ABC soll die Arbeitslosigkeit auf den Kanarischen Inseln im 1. Trimester auf 27,68 % gestiegen sein. Das sei die höchste Arbeitslosigkeit aller autonomen Regionen. Der Landesdurchschnitt von Spanien liege bei 20,05 % und sei seit 1997 der höchste Stand. Damals lag die Arbeitslosigkeit bei 20,11 %. Den niedrigsten Stand verzeichne das Baskenland mit 10,91 %.
Diese Daten wurde jedoch noch nicht vom Instituto Nacional de Estadística bestätigt.
Folgende 3 Benutzer sagen Danke zu Angie für den nützlichen Beitrag:
Inzwischen gibt es die offiziellen Zahlen von INE. Spanienweit beträgt die Arbeitslosigkeit im ersten Trimester 2010 tatsächlich 20,05 Prozent. Die Region Canarias liegt mit 27,68 % an der Spitze, gefolgt von Andalusien mit 27,21 %.
In der Ostprovinz Las Palmas beträgt die Arbeitslosenrate 29,12 %, in der Westprovinz Santa Cruz 26,13 Prozent.
@ Gomera: bei den 22,41 % bist Du offenbar in die falsche Zeile gerutscht - das ist die Zahl für die Balearen (eine Zeile über den Kanaren).
Leider kenne ich immer noch genug Canarios, die gar nicht ständig arbeiten wollen, sondern lieber ein paar Monate, dann wieder ein paar Monate Paro einkassieren und schwarz arbeiten...
Wie sollen die Zahlen besser werden, wenn so viele Leute gar keinen dauerhaften Festvertrag haben möchten?
Meiner Meinung nach sind die Deutschen und andere Ausländer davon am wenigstens betroffen und wer Arbeit finden will, findet auch fast immer welche - ohne Angst, am nächsten Tag vor der Tür zu sitzen. Erst vor 2 Monaten kam ein italienischer Bekannte auf die Insel, lernte innerhalb von 4 Wochen die Grundbegriffe im spanischen und hat jetzt schon den 4. Arbeitsplatz - die ersten 3 hat er nur verloren, da er selbst zu anspruchsvoll war und jetzt lieber selbständig arbeitet. Die ersten beiden Stellen waren in der Gastronomie im Süden, wobei ihm beide Arbeitgeber sofort einen Vertrag gegeben hätten, obwohl er fast keine Berufserfahrung hat, sondern nur aufgeweckt und schnell lernend. Der 3. Job war als Schweißer in Candelaria, wobei er auch dort nach einigen Tagen ging, weil ihm der Lohn für die anstrengende Arbeit zu niedrig war und momentan repariert er auf selbständiger Basis Computer - wobei seine Hauptkunden Spanier sind, die er durch Aushänge in vielen kleinen Supermärkten hier bei uns im Süden bekommt!
Fazit: Gute Leute sind leider Mangelware, doch wer wirklich was auf dem Kasten hat (vor allem die innere Einstellung), findet immer noch gute Arbeit.
Die Aussage: "Wer arbeit finden will, findet auch fast immer welche" mag für manche Branchen (eher Nischen) gelten, als generelle Aussage ist ist sie jedenfalls nachweislich falsch. Denn es gibt einfach viel weniger freie Stellen als arbeitslos gemeldete Menschen. Außerdem ist ja Arbeitslosigkeit kein typisch kanarisches, spanisches oder "südländisches" Phänomen, sondern betrifft z. B. auch so "arbeitssame" Menschen wie die Deutschen. Übrigens gibt es im Osten Deutschlands Regionen, die eine ähnlich hohe Arbeitslosigkeit haben wie Spanien oder sogar wie die Kanaren!
Ich finde es darüber hinaus zynisch gegenüber den betroffenen Menschen, die Canarios hier pauschal als nicht arbeitswillig zu diffamieren!
Folgende 2 Benutzer sagen Danke zu Adalbert für den nützlichen Beitrag:
von "nicht arbeitswillig" war gar nicht die Rede, aber von den ca. 30 Canarios die ich persönlich kenne (im Norden wie im Süden der Insel) wollen ALLE nur schwarz arbeiten.
Vielleicht kennen wir die falschen Leute, so daß man es nicht hochrechnen kann, aber bei diesen ist es wirklich so, obwohl einige sogar Frau und Kind zu Hause haben.
Wir selbst wollten in unserer Firma schon 2 Leute mit Vertrag fest anstellen, aber sie wollten nicht!! :-(
Weiterhin habe ich nicht behauptet, daß man in jeder Branche sofort und immer Arbeit findet - und von Deutschland war auch nicht die Rede.
Es ging nur um Teneriffa und darum, daß man Arbeit findet, wenn man einfach nur arbeiten will - natürlich wird das nicht immer der gewünschte Beruf sein, sondern oft nur als Aushilfe in der Gastronomie usw.
Es ist doch allgemein bekannt, daß z.B. die ganzen Gastronomiejobs fast nie von Canarios ausgeführt werden, sondern durchweg von Festlandspaniern, Italienern, Deutschen,... Warum ist das wohl so?
Ein Bekannter, der ein Restaurant in Puerto de la Cruz hat, erzählte mir, daß sich Canarios 1. so gut wie nie bewerben und 2. wenn er zur Bedingung für den Job wegen der ganzen deutschen Touri-Gäste einen Grundkurs in Deutsch macht (den er bezahlen würde!), war noch nie ein Canario interessiert. Vielleicht auch alles nur Zufall...
Folgender Benutzer sagt Danke zu sonneninsel für den nützlichen Beitrag:
Hallo Sonneninsel,
weißt du welche Leute welche Arbeit suchen, ich nicht. Ich kenne leider keine Zahlen diesbezüglich.
Das der Ausbildungsstand der Arbeitssuchenden nicht den Erfordernissen der Arbeitgeber entspricht, ist nicht nur ein kanarisches Problem.
Aber bei dem Überangebot an Arbeitssuchenden ist es ein Leichtes nur die auszuwählen, die dem Anforderungsprofil genau entsprechen. Somit bleiben immer die auf der "Strecke", die geringer oder anders qualifiziert sind.
Wer ein paar Mal negative Ergahrungen gemacht hat (als Arbeitssuchender) wird entmutigt und viele sind zu stolz sich immer wieder eine Abfuhr zu holen. Dann weichen viele auf den Schwarzarbeitsmarkt aus.
Solltest du freie Stellen kennen, biete sie hier an und es werden sich viele melden (nicht nur Canarios). Der Verdrängungswettbewerb am Arbeitsmarkt ist groß und natürlich bleiben die "übrig", die ... wie oben schon dargestellt.
Aber bei 27% Arbeitslosen von fehlender Arbeitseinstellung zu schreiben ist nicht fair.
Ich glaube dir deine Beispiele, aber bitte nicht pauschalisieren.
Seien wir froh, daß bei dieser Arbeitslosenzahl keine Nazis oder Faschos mit ihren Parolen hier Fuß fassen können, so wie in Deutschland 1933.
Ich möchte keinen Ausländerhass erleben, nach dem Motto die Ausländer nehmen uns die Arbeit weg, so wie in Deutschland bei den Rechten schon wieder zu hören.
Mit sonnigen Grüßen
Daniel
Folgende 2 Benutzer sagen Danke zu Daniel für den nützlichen Beitrag:
@ Sonneninsel: Ich habe bisher auch gerne Eure Internetseite besucht. Jetzt bin ich allerdings etwas betrübt wegen Deiner Einstellung zu den Canarios. Bei einer Arbeitslosenrate von 27 Prozent und fehlenden Arbeitsplätzen zu argumentieren, die Leute wollen ja nicht arbeiten bzw. nur schwarz, ist wirklich zynisch - um nicht schärfer zu formulieren. Im übrigen schließe ich mich Daniel an - ich brauche daher nicht zu wiederholen, was er schon geschrieben hat.