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Alt 07.12.2010, 16:18
Mencey
 
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Kanarische Bananen günstiger


Wie das Ministerium für Industrie, Tourismus und Handel mitteilte, waren die Bananen der Kanarischen Inseln im November 18,65 % günstiger als im Vergleich zum Vorjahresmonat. Auch Tafelbirnen (4,51 %), Kaninchen (3,8 %), Hühnerfleisch (3,26 %) und Osterlamm (3 %) sind günstiger geworden. Teurer geworden sind Zwiebeln (12,09 %), Kartoffeln (10,6 %), Salat (8,3 %), Lachs (8,08 %), Zitronen (6,12 %) und grüne Bohnen (5,67 %).
Von den verpackten Lebensmitteln sind Tomaten (5,65 %) und Ketchup (3,39 %) teurer geworden, während Zucker (7,57 %) und Reis (5,81 %) günstiger geworden sind.

Angie ist offline  
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  #2 (Permalink)
Alt 07.12.2010, 21:04
Mencey
 
Benutzerbild von Kaleika
 
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Ist ja interessant. Aber ein Grossteil der erwähnten Ware ist ja wohl vom Festland? Ketchup, grüne Bohnen usw.
Mich erstaunt ja, dass die canar. Banane soviel verdient? Und dass sie, wie ich eben höre, nun doch auf das Festland verkauft werden kann? Sogar in Deutschland wurde sie schon gesehen..
Da gab es doch die endlosen Debatten, dass die "EU" Krümmung der Banane nicht vorschriftsmässig sei..
Ist das denn inzwischen durch und akzeptiert?
Weiss jemand was?
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Kaleika ist offline  
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  #3 (Permalink)
Alt 07.12.2010, 21:12
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Die Krümmung der Banane ist in der EU schon längst aufgegeben. Das Problem kommt von der WTO: die Subventionen müssen verschwinden. Und dann ist die kanarische Banane vom Preis her nicht konkurrenzfähig gegenüber den Dollar- Bananen!
Adalbert ist offline  
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  #4 (Permalink)
Alt 10.12.2010, 16:37
Mencey
 
Benutzerbild von aliriza
 
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Zitat:
Zitat von Kaleika Beitrag anzeigen
Ist ja interessant. Aber ein Grossteil der erwähnten Ware ist ja wohl vom Festland? Ketchup, grüne Bohnen usw.
Mich erstaunt ja, dass die canar. Banane soviel verdient? Und dass sie, wie ich eben höre, nun doch auf das Festland verkauft werden kann? Sogar in Deutschland wurde sie schon gesehen..
Da gab es doch die endlosen Debatten, dass die "EU" Krümmung der Banane nicht vorschriftsmässig sei..
Ist das denn inzwischen durch und akzeptiert?
Weiss jemand was?
Die Vorschriften für die Krümmung, Länge und Durchmesser der Bananen wurden vor einiger Zeit aufgehoben. Übrigens, auch diese Vorschriften für Salatgurken.
Die Kanarischen Bananen haben sich eigentlich immer schon auch recht gut und teuer als Delikatesse in Deutschland verkauft. Teuer mit der Begründung, dass sie süsser sind (was ja stimmt) und einen langen Transportweg haben (auch nicht länger als Südamerika) und nicht so häufig auf dem Markt erhältlich sind. Die Deutschen und auch die Briten haben diese Argumente geschluckt und viele Jahre die kleinen Bananen gekauft. Dass diese Bananen auf dem Festland Spanien verkauft werden ist doch eh klar.
Wäre schön, wenn sich dieser Trend weiter halten würde, natürlich zu vernüftigen Preisen, dann könnten vielleicht die EU-Subvenstionen an die Kanaren (für Bananen) gekürzt werden.
Ein Hoch auf die Kanarische Banane.
In diesem Sinne ein schönes Wochenende
aliriza ist offline  
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  #5 (Permalink)
Alt 10.12.2010, 20:36
Mencey
 
Benutzerbild von lagarto66
 
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Platanos sind immer schon auf das Festland verkauft worden, allerdings überwiegend auf die Peninsula. Und das hat tatsächlich etwas mit dem Transport zu tun. Die Früchte werden und wurden grün geerntet und reifen während des Transports. Dies geht relativ schnell, und dann werden sie auch schnell weich und dabei zunehmend bräunlich. Ersteres ist für weitere Transporte hinderlich und letzteres entspricht nicht der deutschen Vorstellung von Banane; denn die muss eben gelb und fast noch grün, dafür aber noch ziemlich geschmacksneutral und fest sein. Da ist in Deutschland kaum ein Markt für richtige Platanos da.

Ich kann mich noch gut an die vielen dezentralen Bananenpackereien im Orotavatal erinnern, die es bis in die 1970er Jahre, also vor dem großen Bauboom gab. Ein paar dieser Hallen stehen heute noch, werden aber nicht mehr benutzt. Die Früchte wurden dort zunächst in die weichen Nadeln der Kanarischen Kiefer eingehüllt und dann mit Packpapier und Decken umwickelt, damit sie möglichst wenig Druck während des Transports erfuhren. Die Nadeln wurden von berufsmäßigen Nadelsammlern in den Wäldern zusammengefegt und mit Kleinlastern aus dem Gebirge geholt (Waren furchtbar langsam und qualmten gewaltig vom schlecht eingestellten Dieselmotor. Besser, man musste nicht dahinter fahren, weil es kaum Überholmöglichkeiten gab - und natürlich keine Autobahn). Nach dem Verpacken brachten Lastwagen, die meistens nicht mehr als 3,5 t Nuttzlast hatten, die Pakete nach Sta. Cruz zum Hafen und waren ebenfalls rollende Hindernisse. Von dort ging es mit der "Villa de Madrid" und ihren Schwesterschiffen in 5 Tagen über Cadiz nach Barcelona, und dort kamen sie reif an; denn Kühlräume gab es auf diesen Schiffen nicht.

In den letzten Jahren tauchen vermehrt dickere und festere Bananen in den Geschäften auf. Die sind zwar stabiler, aber nicht so lecker. Es scheint sich dabei um eine neue Sorte der alten Kanarenbanane (Musa cavendishii) zu handeln, die den Transport besser übersteht. Die alten Bananensorten bekommt man heutzutage auf Teneriffa nicht immer und überall. Es lohnt sich, danach Ausschau zu halten. Sie sind kleiner, schlanker und vor allem aromatischer und süßer, wenn sie reif sind.
lagarto66 ist offline  
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  #6 (Permalink)
Alt 11.12.2010, 01:14
Mencey
 
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Danke Lagarto für deine schöne Erklärung.
Die Transporte mit den Nadeln und alten Fahrzeugen habe ich auch noch erlebt, vor nicht all zu langer Zeit. Inzwischen ist es ja den Bauern wieder erlaubt, Nadeln ein zu sammeln, was lange Zeit untersagt war, um den Nationalparks nicht zu schaden.
Wasn Quatsch, denn es zeigte sich bei den letzten Bränden, dass grade das Zuviel an Laub und Unterholz grössere Brandschäden verursachte. Und noch schlimmer, den Bauern wurde die wichtige Winterstreu fürs Vieh entzogen und ihre Arbeit.
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aliriza (11.12.2010)
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  #7 (Permalink)
Alt 12.12.2010, 13:57
Mencey
 
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Zitat:
Zitat von Kaleika Beitrag anzeigen
Danke Lagarto für deine schöne Erklärung.
Die Transporte mit den Nadeln und alten Fahrzeugen habe ich auch noch erlebt, vor nicht all zu langer Zeit. Inzwischen ist es ja den Bauern wieder erlaubt, Nadeln ein zu sammeln, was lange Zeit untersagt war, um den Nationalparks nicht zu schaden.
Wasn Quatsch, denn es zeigte sich bei den letzten Bränden, dass grade das Zuviel an Laub und Unterholz grössere Brandschäden verursachte. Und noch schlimmer, den Bauern wurde die wichtige Winterstreu fürs Vieh entzogen und ihre Arbeit.

Ja das Problem mit dem Nadelsammelverbot wird immer wieder so kommuniziert, dabei war das gar nicht so unsinnig, wie es heute manchmal dargestellt wird. Dass die Nadeln am Ort bleiben, gehört zunächst einmal zum ganz natürlichen Stoffkreislauf auf der Insel, auch wenn die Humusbildung hier sehr langsam verläuft. Umso wichtiger ist sie dann aber auch. Wären die Lavaböden nicht so mineralreich, wären die Folgen des jahrzehntelangen Sammelns mit Sicherheit wegen einer Verarmung der Böden deutlich sichtbar. Kommt noch hinzu, dass die Nadeln bei Starkregen vor Erosion schützen und die spärliche Bodenkrume zurückhalten. Das wiederum kiommt der Regeneration der Pflanzenwelt eher entgegen. Letztere ist nämlich seit der Eroberung im 15. Jh. durch diversen Raubbau in der Waldzone doch sehr beeinträchtigt worden. Wir kennen die Insel heute als sehr waldreich, wobei vor allem die Fayal-Brezal-Bestände (Baumheidewälder) keinen typischen kanarischen Wald repräsentieren, sondern eine Zwischenform, die sich nach der Abholzung im Gebiet der ursprünglichen Lorbeewälder angesiedelt hat und von der man erwartet, dass daraus über die Zeit wieder Lorbeerwälder werden. Eine der Voraussetzungen dafür wird aber die Humusauflage sein. Wer mal tiefer im Anaga gewndert ist (z. B, zum Roque Anambro), weiß was ich meine. Die ersten Wiederaufforstungsprogramme sind aber ein Verdienst der späten Franco-Regierung. Man hatte die desaströsen Folgen der Abholzungen für Klima und Landschaft erkannt und darauf reagiert - teilweise mit den falschen Baumarten, wie die Waldbrände zeigten.

Was die Brände anbetrifft, so müssen wir davon ausgehen, dass sie ein wesentlicher Faktor bei der Entstehung und Erhaltung der typischen Endemiten der Waldzone (gewesen) sind. Die habe die Feuersbrunst nämlich gut überstanden und anscheinend teilweise davon profititiert. Aber menschlicher Besitz hat Schaden genommen. Die Abwägung, wieviel Naturschutz der Verhinderung solcher Verluste geopfert werden muss und welche Einbußen am Erscheinungsbild der Insel man deswegen in Kauf zu nehmen bereit sein muss, bleibt schwierig. Unsinnig war das Sammelverbot jedenfalls nicht.

Und was das Argument mit der Einstreu in den Stallungen anbetrifft: Wenn mit ausreichender Subvention der Getreideanbau in den traditionellen Anbaugebieten der Insel für die Bauern rentabel gemacht würde (z.B. im Teno oder bei San José de los LLanos), gäbe es auch genügend Stroh auf Teneriffa und als Folge gut verrottbaren Mist. Denn der Nadelmist, den man manchmal auf den Feldern als Dünger ausbringt, eignet sich dafür viel schlechter.
lagarto66 ist offline  
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Alt 12.12.2010, 20:05
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Wieder was dazu gelernt.
Danke für deinen aufschlussreichen, guten Bericht.

Trotzdem denke ich haben die winterlichen Laubsammlungen der Bauern den waldreichen Gebieten nicht all zu arg geschadet. Oder? Soviel Viech gibt es hier ja nicht< Ziegenherden, Schafe..
Dass sich pinus canariensis am ehesten vom Waldbrand erholt, von Plagen und dergleichen, habe ich vielmals gesehen, dass sie auch besseren Halt durch die vertikalen Wurzeln hat, die sich kräftig in den Lavafels bohren und ihn sogar spalten, habe ich gelesen und dass sie nun nach Teneriffa rück- importiert wird habe ich mit grosser Belustigung gehört.
Auch die Berber-Schafe< braunes, kurzes Fell (in Chinamada gesehn, Anaga), wurden vom Umweltministerium wieder aus Cuba/Venezuela rück- importiert.
Die einzigartigen kleinen afrikanischen schwarzen Schweine hätten ein gleiches Schicksal gehabt, wären nicht soviele Muslems auf den Auswanderer-Schiffen und somit der Verzehr von Schweinefleisch untersagt.

Ich denke dass bei den kleinen Landbetrieben, mini fundio, zum traditionellen Anbau von Getreide< Weizen und Mais auf den höheren Terassenfeldern, es gut ohne Subventionen voran gehen könnte. Doch die Bauern haben nach wie vor grosse Schwierigkeiten, Arbeitskräfte zu motivieren. Die eigenen Kinder kommen kaum noch in die Dörfer- leben meist in der Stadt- wie das nun mal so üblich ist. Wenn sie dann kommen, höchstens zur Ernte....
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Geändert von Kaleika (12.12.2010 um 20:09 Uhr)
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Alt 12.12.2010, 20:14
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Gott sei Dank habe ich heute gut gekocht: mein canarischer Guru hat mir den Artikel übersetzt.
Da sind natürlich viele wichtige Aspekte dabei.
Nur mal ganz kurz angeschnitten< Kiefernadeln als Verpackung der vielen Bananentransporte (Lagarto schon geschrieben), für Tomaten, Pferde usw, dass beim letzten grossen Waldbrand das einzig Gute war, dass Niemand zu Schaden gekommen ist. Also Brände doch nicht immer fruchtbar..
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