Hallo Kaleika,
ich glaube, wir meinen das Gleiche, drücken es aber unterschiedlich aus. Dass dort große Schiffe angelegt haben, habe ich nicht angezweifelt. Den Begriff "Hafen" verstehe ich aber anders. Bei diesem Anleger rauscht jede Welle ungehindert entlang. Ein Hafen, so wie ich Häfen erlebt habe, bietet Schutz davor. Das macht den kleinen Unterschied. Allem anderen stimme ich zu.
Gibt es Bilder, wie das seinerzeit ausgesehen haben könnte? Ein Hafen macht dort ja Sinn, dennoch wirkt das heute wie ein ehemaliger Busbahnhof oder eine Tankstelle.
Verstehe nicht, daß manche Leute vorab gegangenen Links nicht ins Detail folgen, obwohl sie doch Näheres wissen wollen ?
Unter meinem Permalink #6, Photos 1635,1636, 1645 und 1664 ( eines davon wiederholt sich in S/W ) sind deutliche Vorstellungen zu erhalten, z. B. daß die grossen Schiffe auf Reede ( Varadero ) lagen und per Barken ent- und beladen wurden, ohne direkt anzulegen. Gebräuchlich in viele alten Häfen heutzutage noch, wo kein Tiefgang für Grossschiffe zu erreichen ist, oder Anlegeanlagen fehlen ( fester Hafenkai, grosse Poller usw. ).
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Mich hat der Platz immer auch an einen Busbahnhof erinnert, aber die Gassen und Kehren zwischen den vermeintlichen "Bussteigen" wären zu eng und ziemlich ungeschickt angelegt für die damaligen Busse mit relativ großen Wendekreisen. Man sollte auch nicht das große Lagerhaus von British Yeoward vergessen, das dort früher anstelle des Ayuntamiento stand. Alle Busse trafen sich auf der Plaza del Charco, überwiegend dort, wo heute der Taxistand ist.
Ich glaube auch nicht, dass diese Pier wirklich gut für das Anlegen größerer Dampfer geeignet war. Der Seegang ist dort oft sehr erheblich, ebenso der Tidenhub. Für kleinere Leichter, die schneller zu ent- und beladen waren, war der Platz sicherlich geeigneter. Aber ich habe selbst weder das eine noch das andere beobachten können, da bei meiner ersten Ankunft in Puerto dieser Betrieb schon stillgelegt war. Auch ich kenne daher nur die Fotos der auf Reede liegenden Dampfer mit den hin- und zurück pendelnden Booten, von denen La Torre schreibt. Die Ernten aus dem Orotava-Tal und dem übrigen Inselnorden wurden damals (1966) ausschließlich in Sta. Cruz verladen, wohin sie auf kleinen Lkw gekarrt wurden.
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Man sollte auch nicht die anderen Verlade- und Anlandestellen an der Nordküste vergessen, die früher, lange ist's her, noch funktionierten.
Z. B. mit der alten Seilbahn vom heutigen "Mirador de la Garañona" herab und hinauf, dort in "El Sauzal".
Oder das Wasserhebewerk mit anderen Einrichtungen der Art an der "Casa Hamilton", hier schon berühmt gewordene Ruine.
Könnte man noch Zeitzeugen befragen, aus damaligen Zeiten, aber leider sind schon viele tot und nicht alles ist so gut überliefert, daß man leicht Lektüre dazu finden könnte.
Man denke auch an die Zuckerfabrik bei "Los Silos", die auch Ladebetrieb übers Meer hatte, aber heute kaum noch Installationen am Meeresufer dazu vorgefunden werden können.
Man sieht immer in den Piratenfilmen, wenn die Fregatte weiter draussen ankert ( muss ), wie mit Beibooten und Barkassen angelandet wird, an Stellen ohne Hafen.
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Könnte man noch Zeitzeugen befragen, aus damaligen Zeiten, aber leider sind schon viele tot und nicht alles ist so gut überliefert, daß man leicht Lektüre dazu finden könnte.
Im Internet gibt es Fundstellen z.B. über die Geschichte Orotavas. Aber die Zeitzeugen sterben uns weg, während wir selbst allmählich Zeitzeugen werden. Das Bewusstsein für den Wert solcher Alltäglichkeiten früherer Zeiten war auf der Insel nach meiner Erfahrung immer nur wenig ausgeprägt.
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Man sieht immer in den Piratenfilmen, wenn die Fregatte weiter draussen ankert ( muss ), wie mit Beibooten und Barkassen angelandet wird, an Stellen ohne Hafen.
Das gab's doch auch hier auf den Inseln so.[/quote]
Abgesehen vom ehemaligen Hafen von Garachico gab es auf Teneriffa keine natürlichen Häfen, sondern ausschließlich Reeden für größere Schiffe. Die Molen von Sta. Cruz und an der Südwestküste sind alle Produkte des 20. Jahrhunderts. Und auch der ehemalige Hafen Garachicos dürfte den zeitgenössischen Abbildungen zufolge keine Piers oder Molen besessen haben. Also überall Pendelverkehr mit Booten.
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Bei der Betrachtung der Postkartenansicht des Hinweises im P-link 6 von
LaTorre sehen die Schiffe im Hintergrund aus wie zu Zeiten der Titanic,
mithin also Kohle befeuert.
Ob es aus dieser Zeit noch lebende Zeitzeugen gibt ist eher fraglich.
Die im Eingangsrätsel gezeigte Pflasterung ist sicher jüngeren Datums,
aber mit einiger Phantasie kann man sich doch sicher vorstellen wie es
darunter aussah zur Zeit der gezeigten Aufnahme.
Es wird immer von "Vapores" gesprochen, also "Dampfern". Die ersten waren Segelschiffe mit einer ersten Dampfmaschine, und hatten zur Sicherheit bei deren Nichtfunktionieren noch einige Masten zum Besegeln, so kam man also immer in einen Hafen.
Als dann die Dampfmaschinen haltbar wurden und den Vortrieb der Schiffe allein garantieren konnten, liess man die Masten und Segel weg, denn mit den Maschinen wurden höhere Geschwindigkeiten erzielt, und man war von Flauten des Windes unabhängig geworden.
Auch waren nun die Schiffe aus Metall, zuerst aus Eisenplatten, miteinander an den Rumpfspanten des Schiffskörpers vernietet.
Aus der damals schon "erneuerbaren Energie - dem Wind", waren kohleschluckende, Dreckschleudern geworden, die bis heute, nun mit ungereinigtem Schweröl, weiter Dreck in die Athmosphäre und die Ozeane bringen.
Wenn damit dann Schluss ist, geht es wieder von vorne los: Segel an die Schiffe, sonst gibt es keinen Interkontinentalen Verkehr.
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