bevor ich vor mehr als zehn Jahren erstmals nach Teneriffa kam und mich auf die Reise vorbereitete, las ich, dass das hier gesprochene Spanisch durch Aus- und Rückwanderung der Bewohner der vor Einsetzen des Tourismus armen Inseln nach und von Lateinamerika durch die dort gesprochene Version des Spanischen geprägt sei.
Da mein Spanisch durch längere Aufenthalte in Lateinamerika, insbesondere in Mexico, geprägt ist, erfreute mich das und hat sich mir bei meinen Besuchen auch bestätigt. Wichtig für Neulinge, die sich hier auch sprachlich einarbeiten wollen, ist vor allem, dass man langsamer und besser artikuliert (deutlicher) als die Kontinentalspanier spricht.
Abgesehen hiervon ist mir aber nicht so im Detail deutlich geworden, wo Unterschiede zum Kontinentalspanisch und Gemeinsamkeiten mit dem Latino-Spanisch liegen. Zum Teil, weil wir im Gespräch nicht auf Themen kamen, wo mir das hätte aufgefallen können, zum Teil, weil ich einfach nicht drauf geachtet habe, und ich mich jetzt im Nachhinein frage, wie das ist. Bei manchen Spracheigenheiten, die ich habe, weiß ich zudem manchmal nicht, ob es Latino-Spanisch oder ein reiner mexicanismo ist.
Wer kennt sich aus, oder können wir das bausteinweise durch die Antworten mehrerer zusammentragen?
Einige Punkte, die mir bekannt sind:
Das, was man mir schon in den ersten zwei Stunden in Mexico beibrachte, ist: Wir lispeln das z nicht, wir sprechen es wie s aus. Das ist aber kein mexicanismo, das ist im ganzen spanischsprachigen Teil Amerikas so. - Auf den Kanaren auch?
Das zweite war: Die Mehrzahl von tú ist nicht vosotros, sondern: ustedes. Demzufolge statt vuestro, vuestra: su, usw. Wenn ich mich im Kontinentalspanien mit Kindern unterhalte und das aus Gewohnheit so sage, grinsen die deshalb, weil sie glauben, ich sieze sie. - Wie ist das auf den Kanaren?
"Mexico" spreche ich "Mechiko" aus, wobei das "ch" nicht wie "tsch" im Spanischen, sondern wie deutsch in "mich, dich, sich" gemeint ist. Ich glaube, das ist aber ein mexicanismo. - Wie ist das auf den Kanaren?
Ein Lieblingswort von mir ist "ahorita", wörtlich übersetzt "jetztchen". Ich vermute, das ist auch ein mexicanismo. Ich frotzele manchmal, das ist in Mexico das am häufigsten vorkommende Wort. Streng genommen bedeutet das, wenn man z. B. um einen Gefallen gebeten wird, dass man antwortet: "Ja, sofort". Faktisch kann es aber auch heißen: "Ich bin im Moment verhindert, mache ich als Nächstes.", "Mache ich gleich.", Mache ich später.", Mache ich irgendwann.", Mache ich nie, aber das will ich dir nicht so direkt ins Gesicht sagen." - Wie ist das auf den Kanaren?
Das, was man mir schon in den ersten zwei Stunden in Mexico beibrachte, ist: Wir lispeln das z nicht, wir sprechen es wie s aus. Das ist aber kein mexicanismo, das ist im ganzen spanischsprachigen Teil Amerikas so. - Auf den Kanaren auch?
Ja, das wird "seseo" genannt.
Das zweite war: Die Mehrzahl von tú ist nicht vosotros, sondern: ustedes. Demzufolge statt vuestro, vuestra: su, usw. Wenn ich mich im Kontinentalspanien mit Kindern unterhalte und das aus Gewohnheit so sage, grinsen die deshalb, weil sie glauben, ich sieze sie. - Wie ist das auf den Kanaren?
Hier ist es genaus, da hatte ich am Anfang mir meinen Schulspanisch so meine Problemchen.
"Mexico" spreche ich "Mechiko" aus, wobei das "ch" nicht wie das "tsch" im Spanischen, sondern wie deutsch in "mich, dich, sich" gemeint ist. Ich glaube, das ist aber ein mexicanismo. - Wie ist das auf den Kanaren?
Ist hier genauso.
Ein Lieblingswort von mir ist "ahorita", wörtlich übersetzt "jetztchen". Ich vermute, das ist auch ein mexicanismo. Ich frotzele manchmal, das ist in Mexico das am häufigsten vorkommende Wort. Streng genommen bedeutet das, wenn man z. B. um einen Gefallen gebeten wird, dass man antwortet: "Ja, sofort". Faktisch kann es aber auch heißen: "Ich bin im Moment verhindert, mache ich als Nächstes.", "Mache ich gleich.", Mache ich später.", Mache ich irgendwann.", Mache ich nie, aber das will ich dir nicht so direkt ins Gesicht sagen." - Wie ist das auf den Kanaren?
Bei ahorita wird das a fast nicht ausgesprochen, man sagt horita und das heisst "ich mache das etwas später. In Ecuador z.B. bedeutet ahorita: jetzt sofort, ohne Aufschub.
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Un buen plan para hoy es mejor que un plan perfecto para mañana.
Folgender Benutzer sagt Danke zu VIRGINIA für den nützlichen Beitrag:
"Mexico" spreche ich "Mechiko" aus, wobei das "ch" nicht wie das "tsch" im Spanischen, sondern wie deutsch in "mich, dich, sich" gemeint ist. Ich glaube, das ist aber ein mexicanismo. - Wie ist das auf den Kanaren?
Man schreibt auch "Méjico", daher vielleicht die Aussprache mit ch
Ja, die Schreibweise kenne ich auch. Aber wenn man sich daran halten würde, wie ein j normalerweise im Spanischen ausgesprochen würde, müsste man es wie ch deutsch in "lachen" oder "machen" aussprechen.
Das Wichtigste ist, daß man sich verständlich machen kann, sei es wie es sei, und auch mit Händen und Füssen funktioniert es bei gegenseitiger Verständnisbereitschaft.
So gibt es neben "Muchachito", "Pivito" und "Chavito" wohl noch X-andere Formen einen "Jovencito" zu benennen.
"¿ Que quereis vos ?" hat mich schon oft amüsiert, wenn ich mal eine südamerkanische TV-Novelle gesehen habe.
Dann auch, wenn ich dran kommen kann, sehe ich mir einen Film in Original-Fassung an, dann auf deutsch, dann auf español traditional und auch noch auf latino.
Toleranz ist die Voraussetzung für jegliches Zusammenleben !
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