So jetzt gehts weiter!^^
Samstag 10.07.2010: Peking
Nachdem also alle im
Bus Platz gefunden hatten, ging es los. Von der üblichen Begrüßungsrede hab ich gar nicht so viel mitbekommen. Aber soviel ist hängen geblieben: Der dritte Reiseleiter – er stellte sich als Tshai vor. Er würde uns die nächsten Tage Peking zeigen. Rainer würde uns allerdings die ganze Zeit über begleiten.
Und dann der Hammer: Wir würden nicht wie geplant zum Hotel fahren. Es würde direkt zum „Neuen Sommerpalast“ gehen. Zum Hotel würde es vom Flughafen aus ca. eineinhalb Stunden dauern. Und dann zum Sommerpalast wieder ca. eine Stunde Fahrt. Also: Direkt ab zur ersten Besichtigung.
Die Begeisterung war „groß“. Immerhin hatten wir eine anstrengende Anreise hinter uns und es regnete immer noch in Strömen. Aber es war wirklich die beste Lösung im Nachhinein betrachtet.
Und so bekamen wir die ersten Eindrücke von Peking.
Vorbei am Vogelnest und am Wasserwürfel ging es immer weiter durch die Stadt.
Was gleich ins Auge stach: Es waren viele Mopeds ect. unterwegs. Aber fast keine Fahrräder wie erwartet. Vom Rest haben wir nicht viel mitbekommen. Die meisten nutzten die Fahrt für ein Schläfchen.
Als wir später am Sommerpalast ausstiegen, waren wir mitten im Getümmel. Und es hatte aufgehört zu regnen. Wir wurden von fliegenden Händlern umschwärmt, die mit allerlei Krimskrams Geld verdienen wollten. Vom Postkartenbüchlein bis zur ständig piepsenden, pfeifenden und zum Wahnsinn treibenden Micky Maus Plastikperücke wurde so mancher Schrott als absolutes Muss angepriesen. Doch es fiel leicht zu widerstehen.
Schon allein deswegen weil Tshai ein flottes Tempo anschlug.
Was zuerst am Eingang des Sommerpalastes auffiel: Da standen diese uralten Holzhäuschen die über und über mit allerlei blinkender und zum Teil extrem grellen Leuchtreklame verziert waren. Augenkrebsgefahr!
Dort konnte man – zum Teil sogar auf Englisch! –die Öffnungszeiten und den Eintrittspreis bis hin zur Reklame von Softdrinks so ziemlich alles lesen. Ein Phänomen welches sich fast überall wo wir waren wiederholte.
Doch bevor es richtig losging, gab es erst mal eine kleine Pause. Das erste original Chinesische Mittagessen. Wir waren gespannt. Gleich nach dem Eingang lag das Restaurant in dem wir essen wollten. Begrüßt wurden wir durch eine Kellnerin in einem Quitschgelben Seidengewand und Plastikhütchen inklusive Plastikblumen.
Das Lokal selbst macht einen angenehmen Eindruck mit hohen Decken und dunkler Holzdecke. Wir waren die einzigen Gäste die um diese Zeit anwesend waren.
Es gab diese runden Holztische mit drehbarer Platte darauf wie es sie auch bei uns zuhause im Chinarestaurant gab. Und das Geschirr: PLASTIK! Vom Teller bis zum
Glas – pardon! Plastikbecher! Sogar die Essstäbchen! Geil!
Aber immerhin sauber!^^
Weiter ging es dann mit einer Einführung in Sachen Essstäbchenanwendung. Für mich ja die leichteste Übung. Ist ja nix dabei. Kann man prima mit Erdnüssen üben! Welche in China übrigens als
Vorspeise serviert werden.
Dann wurde das Essen aufgetragen. Und was für eins. Also eins vornweg: Vergesst alles was es bei uns im Chinarestaurant gibt. Es ist zwar vom Grund her dasselbe, aber auch wieder nicht. Hört sich jetzt wahrscheinlich ein wenig komisch an. Aber das schmeckte ganz anders als gewohnt. Es standen ungefähr acht verschiedene Gerichte auf dem Tisch. Huhn,
Fisch und Rind. Dazu verschiedene Gemüsegerichte und eine Suppe. Oder besser gesagt: Wasser mit Spinatgeschmack. Aber ansonsten: Alles super lecker. Das Gemüse nicht latschig und kaputtgekocht sondern nur kurz durch den Wok und auf den Tisch.
Als Getränke gab es neben Cola, Wasser und Bier auch Tee. Jasmintee um genau zu sein. Der war immer dabei. Es stand eine kleine Kanne auf dem Tisch für alle. Auf ein paar ratlose Gesichter hin, erklärte uns Rainer das immer wieder nachgefüllt wird. Man muss nur den Deckel schräg auf die Kanne legen. Dann weis die Kellnerin: Ach da ist die Kanne leer…
Und mittendrin plötzlich der Aufschrei: IIIIIIIIIIIIHHHHHHHH da ist ne Ratte!
Tatsächlich! Mitten durch den Raum lief eine R-A-T-T-E! Nur gut das wir mit dem Essen fertig waren! Es wurden dann solche Sätze gesagt wie z.B.: Ist die das Mittag- oder Abendessen?? Es wurde mit Humor genommen. Später stellte sich dann heraus das die Ratte zur Belegschaft gehörte. War das Haustier der Besitzer und saß wenig später auf der Schulter einer Bedienung! Echt lecker! So stellt man sich das Mittagessen in China vor. Solang man solche Viecher nicht auf dem Teller hat…
Außerdem hatten wir ja unser Geheimrezept dabei. Aber dazu später mehr.
Nachdem also alle vollgefuttert waren, konnte die Besichtigung beginnen. Ich will euch aber jetzt nicht mit historischen Einzelheiten langweilen.
(Für alle die es genauer wissen wollen sind am Ende des Kaps die entsprechenden Links!^^)
An eine Sache muss man sich von Anfang an gewöhnen: In Peking sind die Sehenswürdigkeiten Gnadenlos voll gestopft mit Touris. Und zwar zu 99,99% mit Chinesischen Touristen. In den zwei Wochen sind uns fast keine Europäer begegnet. Und das will ja mal was heißen.
Auf den Weg durch den Park entdeckten wir immer wieder ganze Schulklassen und Kindergartengruppen, welche brav hinter einem blechern scheppernden Lautsprecher herliefen. Natürlich auf volle Lautstärke gedreht. Aus Lautsprechern – welche oftmals als Stein oder Ast getarnt waren – klimperte an so mancher Stelle Musik die einen angenehm begleitete. Ganz im Gegensatz zu den gerade erwähnten Nervensägen.
Der Sommerpalast an sich ist ein wunderschön angelegter Palastgarten mit großem See auf dem zahlreiche Schiffe und Tretbote herumfuhren. Tempel, Wandelgänge und kleine Schreine gehörten ebenso zum Gesamtbild wie die stets wiederkehrenden pinken Lotusblüten die überall im See wachsen. Nur eben schade das das Wetter so trübe war. Eines der interessantesten Dinge war das Marmorboot, welches eigentlich das Speisezimer der Kaiserin war. Aber da das Boot mit dem Geld der Marine gebaut wurde, wurde von jedem behauptet, dass dort ein echtes Dampfschiff vor Anker lag…
Tshai erzählte neben historischen Fakten auch immer mal wieder ein paar Witze, welche aber irgendwie keiner von uns verstehen konnte - oder wolllte. Aber wir amüsierten uns alle über sein Gekicher! Da wenn er anfing konnte keiner von uns sich das Mitlachen verkneifen.
Aber ansonst war der restliche Tag ziemlich lau. Mag daran gelegen haben das wir alle müde und fertig waren. Eigentlich wollte ich nur noch ins Hotel, duschen und ab ins Bett…
Aber erst mal: Zurück durch die Menge an fliegenden Händlern und eine Stunde Busfahrt. Und Dazu noch mal Abendessen – aber diesmal ohne Ratte!
Später sind wir dann endlich im Hotel „Holiday Inn Temple of Heaven“ angekommen. Rasch die Zimmerschlüssel ausgeteilt und großes Rätselraten! Da stand Zimmer Nr. 318 auf der Karte! Aber: Nix gefunden. Es gab keine Zimmernummer 318! Bei meinen Mitreisenden war es nicht anders. Schließlich stellte sich heraus das die Nr. 3 für die dritte Etage und die 18 die Zimmernummer war. Komm da mal drauf.
Das Hotel an sich war sauber und ordentlich. Nicht gerade die modernste Einrichtung in den Zimmern aber wie gesagt: Hauptsache sauber. Aber mit nem geilen Badezimmer! Oder besser gesagt: Geile Dusche. Die war erstens mal riesig groß und vom Zimmer mit einer Wand aus Glassteinen abgetrennt. Noch ein großer „Regenduschkopf“ oder wie auch immer die Dinger heißen. Ich sag euch: Das war ein Highlight des Tages.
Doch der tag war noch nicht ganz rum. Wenig später klopfte es an der Türe. Mein Abholdienst stand draußen. Wir hatten uns verabredet zum „Desinfizieren“!
Jetzt mal ne kurze Erklärung zu unserem Geheimrezept. Ganz einfach: Whiskey!
Jep! Richtig gelesen. Es wird überall empfohlen Tabletten zu schlucken um Magenproblemen vorzubeugen. Und was mir die in der Apotheke alles andrehen wollten. Von den Billig-Antibiotika bis hin zur Hefekur war alles dabei. Doch das einfachste Rezept: Nach jedem Essen nen Schluck aus dem Flachmann und es fehlt dir rein gar nichts.
Trotzdem: Eine der wichtigsten Regeln für Chinareisende aus Europa lautet: Koch es, schäl es oder vergiss es! Soll meinen das man keine rohen Lebensmittel essen sollte. Und auch bei Obst: Immer abschälen. Das Leitungswasser taugt nämlich nicht mal zum Zähneputzen.
Deswegen bekam man immer zwei Flaschen Wasser ins Bad gestellt welches man dazu verwenden konnte.
Ich muss aber ganz ehrlich sagen: Ich habe am letzten Tag einen Apfel ungewaschen und ungeschält gegessen. Dachte mir jetzt kannst dir nichts mehr versauen weil wir ja Heimfliegen. Mir hat es nichts ausgemacht. Vielleicht weil du dich nach zwei Wochen aber auch schon ein wenig dran gewöhnt hast. Aber wie gesagt: Die Kardinalsregel: Finger weg von rohen Sachen die nicht geschält sind oder anderweitig zubereitet. Auch wenn’s schwer fällt.
Die haben Obst da drüben sag ich euch! Einfach sagenhaft *sabber*! Und das von mir, die auf Qualität von solchen Sachen achtet wie ein Hacht! Berufskrankheit! ^^
Aber zurück! Schließlich haben wir uns dann noch zu fünft in die Bar gesetzt, gemütlich einen Schluck Whiskey aus nem Pappbecher getrunken (ich mag in aber dennoch nicht!) und es uns gut gehen lassen.
Aber an dem Abend haben wirs nicht lange ausgehalten. Wenig später bin ich wie ein Stein ins Bett gefallen…
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So hier noch mal der Link zum Sommerpalast:
http://de.wikipedia.org/wiki/Neuer_S...t_%28Peking%29
Den Link für die Bilder gibt’s wie immer im ersten Kapitel.