Komm ich doch neulich aus der Küche und denke „Ach. So still hier!“ Normalerweise marodieren hier drei Katzen über den Hof, immer auf der Suche nach Futter. Sobald die Küchentüre aufgeht kommt mindestens eine angeschleimt und wickelt sich so richtig super verschmust um die Beine. „Hallo ich liebe Dich....FUTTER!“ Tja Katzen halt. Unsere zwei Großen haben das drauf und sind sich nicht zu schade auch noch ein bisschen zu schnurren. Was man nicht alles tut für ein paar Krumen von Futter. Unsere Kleine hat da weniger Hemmungen. Erhobenen Schwanzes und zu jeder Tageszeit (morgens, mittags und abends sind Fremdwörter) kommt sie in die Küche stolziert, um Unmut zeigen, das es bis jetzt erst drei mal Futter gab. Glück ist, wenn sie nur auf die Anrichte oder den Küchentisch springt. Brutaler geht es ab, wenn sie sich den dosenöffnereigenen Buckel als Landeplatz ausgesucht hat. Da man ja nun nicht damit rechnet, dass ein freßsüchtiges Etwas jederzeit bereit ist auf den Rücken zu springen, kommt es vor, dass einem ein paar krallenbesetzte Pranken in den Rücken geschlagen werden und man gefälligst still zu halten hat, da man sich nicht um alles kümmern kann. Ein unzufriedenes Maunzen täuscht nicht darüber hinweg, dass es langsam Zeit wird in die sogenannten „Pötte“ zu kommen, da man ja schliesslich auch andere Dinge zu tun hat. Danach frisch gesättigt raus in den Garten und die Großen ärgern, die ja auch gerade abgefüttert worden sind und sich nun genüßlich ihr Fell reinigen. Kurz mal angesprungen und mit einem krallenbesetzten Katzengruß (natürlich hochgebuckelt und rasant aus dem Staub gemacht, man könnte ja ein Echo bekommen) geht es nun in die Sonnenblumen um Mäusen, Eidechsen und anderem Getier wieder eimal den Garaus zumachen. Kam doch neulich ein Nachbar vorbei und fragte uns ob wir die kleine Kratzbürste kennen, die hier seit kurzem durch die Hofschaft streicht. „Sie ist so süß und bekommt immer ein leckeres Stück Mortadella von uns“ sagt er. „Aber sobald man sie streicheln will, bekommt man einen Hieb!“ Ja so ist sie, die Kleine. „Nö, keine Ahnung!“ Das fehlt noch, das wir noch irgendwelchen Schadensersatzansprüchen von irgendwelchen Nachbarn nachkommen müssen! Man hat sie uns auf den Hof gesetzt, jetzt ist sie da und wir müssen alle mit der Plage leben. Manchmal frage ich mich, was noch so kommt. Schliesslich ist sie mit sechs Monaten ja gerade mal im Teeniealter. Was kommt danach? Noch schlimmer? Vom verwöhnten Teenie zum querdenkenden Individualisten? So ´ne Persönlichkeit die alles hinterfragt und kritisch beäugt? Und wie macht sie das hinterfragen klar? Mit Bissen? Zieht sie sich eine imaginäre Lederjacke an und fährt mit ihrem imaginären Katzenmoped marodierend durchs Dorf. Imaginäre Ketten schwingend. Frag mich manchmal eh, wie die tierische Wahrnehmung so daherkommt. Kriegen die uns eigentlich mit, beziehungsweise nehmen die uns ernst? Ich meine ja nur, die sind deutlich im Vorteil mit ihren vier Beinen, viel mehr Muskeln, besseren Hör- und Geruchssinn. Vielleicht lassen sie uns ja nur glauben, wir wären die Spitze der Evolution. In Wirklichkeit verarschen sie uns und wiegen uns in diffuser Sicherheit so nach dem Motto „Schnurr alles wird gut!“ Wenn man zu einem Haus geht, welches eine Katze sein eigen nennt, schleimen sie einen an. Warum? Weil sie irgendwas wollen! Ins Haus, Futter, irgendwas. Sie wissen genau, Du stehst vor der Türe, klingelst gleich und schwupp ist sie drin! Ausnutzen wird sie Dich, jawohl! Dann setzt sie sich auf Deinen Schoß und schnurrt Dich voll. Gibt Dir das Gefühl, Du bist ein ganz toller, Dich hab´ich gern!
Träum weiter!
Sie wärmt sich an Dir auf und Du bist schön weich. Ein wandelndes Heizkissen für lau!
Du säuberst ihr Katzenklo und schwupp als es gerade fertig ist, wird es eingeweiht. So mit allem drum und dran. Tierische Unwissenheit oder bewußte Schikane? Man könnte meinen, na klar, passiert mal. Nix passiert mal! Passiert immer dann, wenn Du das Katzenklo gereinigt hast. Und warum überhaupt braucht eine Katze ein Katzenklo. Draußen geht das doch wohl auch. Und wenn schon draußen, dann vielleicht auch im Garten nebenan. Keine Chance, es passiert wenn überhaupt draußen, nur im eigenen Garten. Revier markieren. Klar! Reine Schikane ist das meiner Meinung, Katzenprotest! Ich bin Deine Katze, Dein Gott, Du sollst keine......
O.k. ich will nicht blasphemisch werden, aber ist doch wahr! Die nutzen uns aus, denen es jedes Mittel recht uns doof ausehen zu lassen. Und das Schlimmste ist, sie schaffen es auch. Von wegen dumme Tiere, die wissen genau, was sie wollen und tun. Und wenn ich mir unsere Kleine so betrachte, dann wird mir etwas klar. Sie ist ein Rüpel und verdammt, ich find´s auch noch cool. Katzen manipulieren Menschen auf tiefster Ebene und die Menschen finden es auch noch gut. Irgendwann schlage ich zurück, aber erst nachdem ich dieses kleine, süße schnurrende Etwas auf meinem Schoß in wabernder Schmusesicherheit wiege. Dann wenn sie so richtig fest schläft, erst dann nehme ich das bereits auf dem Tisch wartende Eiswasser und schütte es langsam....aua.....Katzenbiss beim ersten Tropfen in meinen Oberschenkel und mit einem Sprung runter von meinem Schoß. Ich verschütte den Rest des Glases auf meine Hose, Frau Katze geht mit einem mehr als unzufriedenen murrenden „Muau!“ hinaus. Ja, ja, sie hat es mir wieder einmal gezeigt. Sie ist nicht nur schneller als ich, auch ihre Antennen funktionieren besser. Ich fühle mich schlecht und weiß genau, unsere Katze ist ein Rüpel.
Anmerkung: Aus den Fingern gesaugt und ironisch gemeint. Ist schon ´ne Süße das Finchen!
Geändert von Gus Myers (28.12.2010 um 19:27 Uhr)
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Toleranz ist die Voraussetzung für jegliches Zusammenleben !
¡ El listo más listo, tendrá que reconocer que siempre habrá otro aún más listo !
Try to take it easy ! Make the best of your situation !
Folgende 2 Benutzer sagen Danke zu LaTorre für den nützlichen Beitrag:
Das frischgemachte Katzenklo hat für diese den gleichen Anreiz wie für uns Menschen ein gerade frisch bezogenes Bett, nur daß wir verschiedene Dinge darin tun.
Toleranz ist die Voraussetzung für jegliches Zusammenleben !
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