Puerto sauber
heimlich, unprätentiös, einfach so.....
plötzlich- so vor 4 Monaten, war ein langer Ruinensammelsoriumpinkelundkotzweg aufgeräumt, gesäubert, begehbar und bestaunbar geworden. Früher gab es hier Mülldepots, Schnellschissecken, Drahtfallen, Jahres-Geröll, Altlasten von Strassenbauten. Die ganzen Reserven zur Strassen- Erneuerung der Calle San Felipe wurden hier eingelagert. Auch geklaut und zum Teil direkt vor Ort- gegenüber- eingebaut. Eine Neubauruine erhob sich plötzlich im 4 Zimmer-Glanz; steht jetzt dran: se vende.
Andere Halbheiten wurden ganz, Trockenes bekam Wasserrohre, Türen Fenster; Sand, Fliesen, Gummi, Rohre und Drahtrollen wurden jedoch von einheimischen Hundemeuten tief verscharrt, um sich später mal- vielleicht in einer neuen canarischen Hundebewegung mit Ausländeriniative- ein schickes Tierheim mit Altsitzen zu bauen. Selbstverständlich mit gefüllten Kühlschränken (Metzger ist ja nebenan, da kann man dann die Einäugigen und Lahmen zum Betteln schicken). Inzwischen mag man hier gar nicht mehr so wild seinen Haufen setzen, alles wird beobachtet. Kater sitzen in Bereitschaft und achten auf die neue 'Calle Limpio', dass sie so bleibt. Wer hier trotzdem kackt, kommt hinter Gitter. Sogar die Fressnäpfe sind sauber und noch feiner: gefüllt bis oben hin. Ganz allein haben das unsere eigenen Leute geschafft, das soll man sich mal vorstellen! Sie sind doch eigentlich faul- die Canarios- und ohne Iniative. So erzählen es sich jedenfalls die Anderen, die Blassen aus dem Norden vom Festland und auch die noch ganz Anderen. Aber wer hat denn hier aufgeräumt, wochenlang? Wer stellt sich hier als Tierlieb raus, wo doch alle Canarios hier die Hunde aussetzen? So ein Blödsinn- oder? Tauben werden hier doch auch gehegt- schicken zum Dank Grüße in die ganze Welt. Segeln auch mal bis nach Afrika: Paloma Cajuca. Auch hängen da in weihnachtlichem Zauber, Lichterketten an bunten Booten- die da einfachmal ohne viel Gedöns ausgestellt werden, mitten in die Pampa- in die aufgeräumte. Geld verlangen? Dafür? Nö! Wir Canarios habens doch: wir haben reichlich- Stolz und Fantasie. Schaut euch nur mal die kleinen Gärten an- was da fliegt und summt und blüht- in vielen Farben. Da klebt der Kürbis am Kacktus und Rauke verschlingt glühend rote Kresse. Glaubt man sowas? Schaut doch mal selbst, aber man muss natürlich richtig sehen können und auch richtg zufrieden sein können.... mit den kleinen Dingen
Euch allen ein schönes neues Jahr und Freude beim "Hinsehen"
cornie
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Bemüh dich nur und sei hübsch froh,
der Ärger kommt schon sowieso.
Wilhelm Busch
Immer diese Angst vor dem Carneval- so eng alles hier...Menschen tanzen dicht gedrängt unter uns, es dampft zur Terrasse hoch; Lautsprecherboxen pegeln sich gegenüber an der Bühne ein, Ohrenbetäubender Lärm mit Gesang; 3-4 Fresspfannen dampfen im Paella-Zwiebel-Öldampf hoch... ja und in der Wohnung ist alles genauso. Bleibt für Ruhe das Bett hinten im Schlafzimmer- oder doch nicht? Ein Fellungeheuer liegt da bereits zusammengekringelt, umgeben von all seinen Spielsachen, da möchte man auch nicht so gerne stören. Also wieder auf den Balkon. Grade dröhnt ein Merengue heftig los und so gemischt- befühlt wie ich grad noch war, reißt es mich doch zum Tanzen, heftig sogar und so schwoft es sich auf der Terrasse ganz ungestört. Ja und dann gibt es da ja noch ganz besondere Ereignisse, die mich jede weitere Qual fast vergessen lassen. Schmunzelnd stehe ich hier oben und schaue runter:
Zum maskierten Gewühl der Tanzenden, bei der mich eine ganz junge, hübsch maskierte Gruppe beschäftigt, die mit Hingabe und in Jahrhundertwende- Kleidern, in ganz altem Stil tanzt- mischen sich von der oberen Domingo-Calle, vier ältere, gebeugte, sehr fein angezogenen Herren- die wohl einfach so mal schauen wollen. Langsam trödeln sie an die Menge heran. Langsam und interessier t schauen sie sich die schönen Masken an, Mädchen.. und kommen so ziemlich dicht an die tanzende Menge, als ganz plötzlich der Herr ganz außen in großen Schritten und mit ausgelassenen Bewegungen, sich unter die Tanzenden mischt. Direkt vor den Musikern legt eine ganz heiße Solonummer hin. Die anderen Herren waren stehen geblieben, schauten verblüfft, wie ich auch, zu dem älteren Kollegen, der sich hier so ausser Rand und Band entfesselte. Nonstop tanzte der die Nummer zu Ende.
Inzwischen waren unter mir in dem Paella-Wanderzirkus alle Tische besetzt. Ich sah eine Gruppe die grad das Wechselgeld zurück bekam. Der Mann schaute verblüfft auf die mageren 20 Cent die da noch auf dem Metalltellerchen lagen. Ganz offensichtlich hielten das alle 5 Gäste für einen Irrtum. Seine Frau krallte sich den Zettel, zählte alles nach und erklärte den anderen verblüfft die Preise. Ganz schnell waren die 5 Leute weg, kommen wohl auch nicht wieder. Daneben, am anderen Tisch, saß ein Papa mit drei Töchtern, hatten grad das Essen beendet. Hübsche Wesen, fetzig angezogen. Vater legte das Trinkgeld auf den Teller- hakte seine Brut unter und tänzelte sich zur Tanzfläche vor. Ein Mädel allerdings war zurück geblieben, ging noch mal an den Tisch, kontrollierte das Trinkgeld das da so vielfältig glänzte und... steckte es ein. Der Kellner im roten Shirt- etwas abseits- drehte sich gefrusted ab.
Etwas weiter drüben, an den Steinbänken neben der Zuckerwatte, humpelt ein Krüppel mit elegantem Schwung um seine Krücke und hält fast bei jedem Passanten die lange Hand zum Betteln auf. Sehr aufdringlich, auch wirkt er irgendwie unfreundlich. Er bekommt von niemandem Geld. Doch, eine ältere Frau kramt etwas aus de Portemonnaie. Das geht so ne ganze Weile, als er ein Handy herausholt und telefoniert. Ein Mann in schwarzem Leder kommt, beide verschwinden hinter den Zuckerwatte-Kiosk und gleich kommt der Ledertyp wieder raus. Geht direkt in den Automatensalon. Kommt noch mal zurück zu Humpel- Paule hinter den Kiosk. Als er wieder zum Vorschein kommt, hat er ein zweites Handy in der Hand und verschwindet in die Kneipe. Ich war ziemlich entrüstet, dass es auch hier unter den Ärmsten, diese Zuhälter- Hirachien gibt.
Bis früh um 5h geht die Musik, Salsa/Meregue/Salsa. Im Fernsehen gab’s eine Ärzte- Serie, mit Salsa- Ton und langsam freute ich mich auf Ruhe. Endlich- prima! 5h, ab ins Bett. Zugedeckt. Dann mahlten laute Schlurf und Metallgeräusche durch die Bettdecke. Limpio. Claro, muss ja alles sauber gemacht werden. Müll wurde weggeschottert. Ich freute mich: danach ist es ruhig, kann ich noch schlafen.. Gegen 6h. Stille, prima, ab ins Bett und zugedeckt. Laute Wassergeräusche und Stimmen die sich zuriefen kamen unter die Decke. Wasserstrahler sprühten am Plaza den letzten Dreck aus allen Ecken. Dann war es still-ein paar Scheintote Tänzer torkelten noch herum, Junge Leute gröhlten sich zum Parkplatz hoch, Polizei schlich im blauen Auto hinterher. 7h- jetzt war es still, prima- ins Bett und zugedeckt.
Der Wecker klingelt- 7h30.
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Bemüh dich nur und sei hübsch froh,
der Ärger kommt schon sowieso.
Wilhelm Busch
Deine Schilderung gefällt ,bis auf ein Wort .
´´ Krüppel ´´ .Das Wort Behinderter hätte mir besser gefallen .Es gibt grosse Berührungsängste mit Menschen,die körperliche Schäden haben . Behindert ,ist für mich okay , das hat ja nichts mit dem Kopf zu tun .Man sieht wen man vor sich hat. Aber wenn jemand das Wort Krüppel benutzt , das verletzt einen schon sehr .
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Liebe Grüsse Sabine
Rechtschreibfehler ? Meine Tastatur ist schuld !
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