Es hat nichts mit Schadenfreude zu tun, wenn ich es geniesse eine Landschaft zu sehen, in der die Natur als Sieger über allen Domestizierungs- Versuchen des Menschen steht.
Ein archaiisches Bild, wenn man in Teno Alto einfährt, weiter, weiter, weiter, zur kleinen Käserei die schmale Strasse einbiegt:
graue und weiss gemergelte Steine, die vormals als Feldbegrenzung dienten, aber mit Wind und Regen streikten, ihr natürliches Gefüge wiederfanden und sich alsdann in die karge Landschaft eingereiht haben, da wo sie vor langer Zeit waren. So verblichen wie die rund verwaschenen Steine, sind die mannshohen, verdorrten Disteln, auch die flachen Artischocken. Schön in ihrer Einfachheit, und obwohl schon lange erstarrt, noch längst nicht melancholisch oder gar tot. Trotzig stehen sie an der Grenze zu Wolken und Himmel, lange schon stehen sie da, in der festgerotteten Erde.
Ab und an dichtes, wildes Gras- Junco- dass zu rissfester Schnur gezwirnt wird.
Alte Steinhäuschen, ohne Fenster damit der Wind nicht rüttelt, mit niedriger Tür, schmiegen sich grau dicht an die Erde; Höhlen lassen frühes Leben ahnen. Dazwischen, unwirklich.. Hühner, nicht so aufdringlich.. leise im Gegacker. Und eine alte Frau, auf einem Hocker. Sieht aus als sässe sie solange wie ihr Häuschen steht, wartet...
Ja, gern verkauft sie mir Eier! Die Falten legen sich zu einem kleinen Lachen. Ich freue mich. Kosten 2 Euro und einhalb.
Weiter oben dann die alte Käserei; drei Häuschen, weissgrau in eine Mauer gehauen, mit einem Waschtrog in dem Fels, mit glühenden Geranien, die sich nicht schämen hier in Grellrot an lockeres Leben zu erinnern.
Dahinter die Berge. Millionen von Jahren schauen da auf mich herab, machen mich ganz jung so kurz nach meinem lästigem, vieltem Geburtstag! Glücklich dass ich das erleben darf, wird es mit einem kräftigen Rosé begossen. Hier, bei Alma, gibt es auch alte Kräuter. Sie wachsen überall, auch in den alten Schindeln. Alma weiss wofür und wogegen sie sind.
Ihr Käse schmeckt hervorragend und auch der nächste Wein.
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Bemüh dich nur und sei hübsch froh,
der Ärger kommt schon sowieso.
Wilhelm Busch
Ein wunderschöner Bericht.
Wir waren im Juni auch in Teno Alto und sind dann die Hochfläche hinunter in Richtung Faro de Teno gelaufen.
Ich war auch total beeindruckt von der kargen Schönheit dort oben.
Nur die Straße da hoch, die hat es in sich. Oh-Oh...
War froh als ich da wieder unten war.
Folgende 8 Benutzer sagen Danke zu Ziegenpeter für den nützlichen Beitrag:
Hallo Kaleika,
Danke für den gefühlvollen Bericht. Ich sammle schon Erfahrungen die ich dann im Jänner und Februar nachempfinden kann, da passt das sehr gut. Es ist sehr befriedigend wenn man sich an Kleinigkeiten erfreuen kann, aber nicht leicht zu lernen.
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Liebe Grüße
moerzi
Schön ist eigentlich alles, was wir mit Liebe betrachten.
Folgender Benutzer sagt Danke zu moerzi für den nützlichen Beitrag:
Diese, sehr speziell abgefassten, Excursionsberichte von Kaleika gehören zum "besten Lesestoff" hier in unserem Forum, so wie ihre "Indagaciones" ( tiefgreifenden Erkundungen ) über das frühere Leben auf der Insel.
Mal immer wieder erfrischend ihr Erzählungsstil, und ein Beweis dafür, daß man auch anders seine Zeit hier verbringen kann, ohne Nur seine "Plauze" am Strand in die Sonne zu schieben, oder in den Kneipen abzuhängen, wovon wenig Positives dann hängenbleibt.
Toleranz ist die Voraussetzung für jegliches Zusammenleben !
¡ El listo más listo, tendrá que reconocer que siempre habrá otro aún más listo !
Try to take it easy ! Make the best of your situation !
Folgende 3 Benutzer sagen Danke zu LaTorre für den nützlichen Beitrag:
Danke euch für das grosse Lob, freut mich ganz heftig. Und Deine Hymne, lieber LT, lass ich mir vertonen
Freue mich auch selbst recht lang, über diese kleinen Abenteuer, die mir die Umgebung erzählen, eigentlich aufdrängen. Nach dem Tag in Teno, war ich noch lang sehr glücklich, habe Farben und Stimmungen tief aufgenommen.
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Wilhelm Busch