Hallo Dirk,
ich lebe seit einem Jahr als Alleinerziehende auf Tenriffa und mein Sohn (15) geht auf die Deutsche Schule in Tabaiba. Obwohl es eine Deutsche Schule ist, sprechen die meisten Schüler spanisch, besonders in Freizeit und Pausen. Es ist nicht einfach Kontakt zu finden und Alex ist froh, dass es auch deutsche Kinder gibt, mit denen er sich unterhalten kann. Obwohl sein Spanisch inzwischen ganz gut ist, ist es unmöglich im Spanisch-Unterricht alles zu verstehen, die ersten zwei Jahre gibt es da ganz viel Frust und es ist einfach wichtig, sich dessen vorher bewusst zu sein. Sooo schnell lernt man Spanisch dann auch wieder nicht.
Im
Norden gibt es eine Englische Schule, aber die ist glaube ich noch teurer. Es gibt sogar Fördergelder, ich weiß von einer anderen Mutter, dass sie Unterstützung, eine Art Stipendium für ihren Sohn bekommt, damit er auf die Deutsche Schule gehen kann. Wie das geht, weiß ich aber nicht. Vielleicht sich einfach mal vor Ort informieren.
Es gibt aber ganz positive Erfahrungen von deutschen Eltern mit spanischen Schulen. Die Integration scheint sehr gut zu sein, die Kinder und Eltern werden sehr freundlich aufgenommen und erhalten viel Unterstützung, was ich so gehört habe. Und das Abitur soll europäisch anerkannt sein oder werden. Falls die Deutsche Schule aus Kostengründen einfach nicht zu stemmen ist, dann würde ich ohne Bedenken meinen Sohn in eine spanische Schule schicken. Aller Anfang ist überall erstmal schwer!
Die Deutsche Schule ist eine sehr gute Schule und hat eben erst die Auszeichnung "hervorragende Auslandsschule" bekommen. Die Kinder werden sehr vielseitig unterrichtet in z.B. Musik, Sport, Tanz und Theater. Moderne Unterichtsmethoden werden integriert.
Im Gegensatz zu dem typischen spanischen Frontalunterricht mit auswendig lernen, auswendig lernen und auswendig lernen. Auch soll der Englischunterricht nicht vergleichbar sein mit dem, was man so aus Deutschland kennt. (So wurde es mir zumindest erzählt).
Wir haben muttersprachliche Lehrer für
Französisch und Englisch und manche Lehrer gingen bereits selbst als Kind hier zur Schule und ihre Kinder sind ebenfalls hier. Es gibt Schüleraustauschprogramme, Bandas und viele große Feste. Schau doch mal auf die Homepage unter Deutsche Schule
Teneriffa!
Ich selbst leite die sehr schöne Schülerbibliothek und wir haben sogar eine Cafeteria. Der Bereich Informatik ist auch gut abgedeckt und wird weiter ausgebaut. Wir haben für diesen Bereich sehr kompetente Informatiker.
Für den Fall, dass dein Sohn mal in Deutschland studieren möchte, bietet diese Schule meiner Meinung nach hier auf der Insel die besten Vorraussetzungen. Für eine Entscheidung pro oder Contra spielen aber sicherlich viele andere Faktoren eine wichtige Rolle.
Wenn ihr im
Norden wohnt, müsste er immer mit dem
Bus fahren, heißt früh raus und abends spät heim, Kostenpunkt monatl.
mind. 100,- Euro extra. Dazu, falls er im comedor mitessen soll, pro Mahlzeit nochmal ca. 4,50 € zusätzlich (Essen ist angeblich an den spanischen Schulen doppelt so teuer). Schulbücher müssen selber bezahlt werden und eine Sportuniform.
Es gibt noch eine Alternative, und zwar hättest du das Recht deinen Sohn über ein Fernstudium-Angebot mit Sitz in Hamburg, selbst zu unterrichten.
Ist aber für einen Pubertisten glaube ich am wenigsten interessant...
Hoffe, etwas von dem was ich geschrieben habe, hat dir weitergeholfen.
Falls du weitere Fragen haben solltest, einfach melden.
Für mich und Alex war
Teneriffa der richtige Schritt und wir sind sehr froh, dass wir hier gelandet sind!
Dir und deinem Sohn ganz viel Glück und alles Gute!
