Begriffsbestimmung :
Aeonium-Arten der Kanaren heißt übersetzt so viel wie
(Riesen-) Hauswurz oder spanisch (gigante) wurza de la casa
Damit keine Missverständnisse aufkommen :
Von Wurzen (Aeonium) verstehe ich nichts ! Ich schreibe nur darüber !
“Hauswurz” klingt ja irgendwie richtig doof und vielleicht heißen die ja nur so, weil sie gerne auf Hausdächern Wurzeln schlagen.
Im Forum wurde sogar schon Konspiratives über diese Dickhäuter gemunkelt, so sollen z.B. notorische “Rausreißer” diese endemische Kanarität sogar schon brutal gerupft und nach D oder Ö geschmuggelt haben ! Wahnsinn !
Wurz hin, Wurz her - statt deren lateinische Namen auswendig zu lernen, gucke ich die mir lieber persönlich an ! Und die sehen ja auch immer so aus, als guckten sie zurück !
Und man glaubt es nicht ! Es sollen doch glatt um die fuffzig differierende Spezies dieser Kanariwurze auf den Inseln ihr Dasein fristen. Und wer weiß schon, ob es da nicht auch noch Mischlinge gibt, also so Mixwurze. Ich trau denen alles zu und hier ist immerhin ewiger Frühling !
Also manche Aeonier die sich angeblich unterscheiden, sehen für mich einfach nur gleich aus, da bin ich stur ! Die Morphologen, also diese Pflanzengattungsphysiker sind ja auch diese Pedanten, die kleinlich darauf rumreiten, dass Rosen Stacheln haben und keine Dornen. Ob die wohl jetzt auch ihren Kindern anstatt aus “Dornröschen” aus “Stachelröschen” vorlesen ? Kulturlose Bande !
Einigen wir uns also darauf, dass Wurze nicht nur zum Niesen da und auch sonst keine Fuzziwurze sind, sondern auf den Kanaren sind sie die wahren Akrobaten, die sich lässig und ungeniert genau da hinpflanzen, wo eigentlich nix wachsen kann. Mit Intellekt kommst du denen schon gar nicht bei - die wurzen dir einfach was !
Und wenn auf dem Golfplatz mal ein Ball nicht einloggt, dann steht da wahrscheinlich ein Wurz im Loch ! Und reißt du ihn raus, dann stehen morgen eben zwei drin !! Rasen mit elitärem Feinschnitt im Wurzrevier mögen die gar nicht ! Wer zuletzt lacht, wurzt am besten und irgendwann werden sie siegen - das hoffe ich jedenfalls !!
Und das war zur Einstimmung nur eine kleine Humoreske in Liebe für die Wurze !
Geändert von Robby (18.05.2009 um 02:44 Uhr)
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Die Wurze, auch schon mal als “kleine Bäume” bezeichnet, über die im Forum ja schon öfter berichtet wurde, sprießen hier bei uns auf der Nordseite in mehreren Varianten und häufig an Steinmauern sowie auf Ziegeldächern. Die langstielige Art mit gelben Blüten wächst gerne weit über Mauern hinaus und kann dann die oberen Steine glatt aushebeln ! Wenn diese dann mehrere Meter die Mauer runterkommen, kann es gefährlich werden und deshalb müssen diese vorwitzigen Gesellen regelmäßig zurück gestutzt werden, obwohl einem das weh tut ! Endstation Komposthaufen, ich geb's zu : eine Schande ! Genauso ergeht es den weit über den Weg hinaus wachsenden Wurzen, sofern sie nicht schon von selbst abgebrochen sind. Hier 2 Beispiele :
Ableger aus dem Verschnitt oder von Freunden aus anderen Regionen der Kanaren setzen wir gerne schon mal in Töpfe und Beete und das sieht z.B. so aus :
Die Bilder zeigen 3 verschiedene Arten und die genaue Zuordnung überlasse ich mal lieber den “Simpeln vom Fach”, die meistens besser Latein als Spanisch können !
Wir haben fast nur Einheimisches um uns rum und die Aufnahmen stammen übrigens alle aus den letzten Tagen an unserem Haus.
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Besonders gut gedeihen,
die Wurze auch bei Laien !!
Und als Laie behaupte ich hier nichts, sondern sage nur, wie es bei uns ist !
Bei allen Aeonium-Arten mit Stengeln genügt zum Anpflanzen ein abgeschnittener kleiner Seitentrieb ohne Wurzeln, den man z.B. ein paar Tage ins Wasser stellt und danach einfach in die Erde steckt, z.B. so :
Man kann diese kleinen Ableger ohne Wurzeln, eingewickelt in ein feuchtes Tuch, problemlos (analog Schnittblumen) in die Heimat mitnehmen und setzt sie dort in einen Blumentopf und als Zimmerpflanzen gedeihen sie da wunderbar und pflegeleicht. Am besten fragt man also einfach jemand, der diese Pflanzen hat (z.B. uns), ob man sich einen kleinen Seitentrieb abschneiden (oder vom Komposthaufen nehmen ) kann und dann ist das auch kein Problem für die Natur und meines Wissens auch nicht verboten. So jedenfalls haben es Besucher von uns schon öfter gehandhabt und zwar immer problemlos, auch beim Zoll.
Was nicht erlaubt ist ! Man darf keine in der Natur stehenden Pflanzen ausbrechen oder gar mit Wurzeln ausgraben, zumal es dann auch beim Zoll Probleme geben kann, vor allem wenn auch noch Erde an den Wurzeln hängt. So also bitte nicht !
Wem das immer noch zu weit geht, kann sich aber auch für ein paar Euro, z.B. bei einem Vertrieb in Deutschland, fast alle Aeonium-Arten besorgen und das sind nicht gerade wenige. Link siehe unten.
Neuerdings geben wir auch (gegen eine kleine Spende für ein Tierheim) Samen ab, die man leicht in die Erde drückt, anfangs feucht hält und fertig ist der Wurz, im kälteren Mitteleuropa natürlich vorzugsweise als Zimmerpflanze !
Es ist ja auch schon an anderer Stelle gesagt worden, dass Wurze auf längere Trockenzeiten eingestellt sind, die Frage ist nur, ob das ein “Muss” ist, denn bei uns steht ausgerechnet am Wasserhahn der größte und schönste Wurz, der ja eigentlich nie trocken wird. Vielleicht ist das ja so wie den Kamelen, die kommen ja auch mehrere Wochen ohne Wasser aus, freuen sich aber durchaus, wenn sie dazwischen auch mal saufen dürfen !
ich habe deine Wurzelei mit großem Vergnügen gelesen.
Mir ist bei meinen Streifzügen durch die Natur mal ein ganz besonders interessantes Exemplar vor die Linse gekommen, das ich euch allen nicht vorenthalten möchte:
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Todo se andará
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Aeonium und die anderen verwandten Arten sind Dickblattgewächse (Crassulaceen). Das muss man nicht unbedingt wissen, zumal sie wirklich nicht immer leicht auseinander zu halten sind. Aber "Wurze" sind sie fast alle nicht. Das Anhängsel "-wurz" ist eine volkstümliche deutsche Bezeichnung für viele Pflanzen, die gar nicht näher miteinander verwandt sind, z.B. Blutwurz, Ragwurz, Nieswurz, Bärwurz usw. Manchmal weisen diese deutschen Bezeichnungen auf eine Besonderheit oder möglichen Nutzen der betreffenden Pflanze hin. Mit Blutwurz hat man früher Blutungen gestillt (funktioniert tatsächlich) und Nieswurz erklärt sich von selbst. Hauswurz (Donnerwurz) wurde gerne als angeblicher Blitzschutz auf Hausdächer gepflanzt. War wohl nicht immer erfolgreich , aber die Namen haben sich erhalten.
Die kanarischen Dickblattgewächse mit volkstümlichen deutschen Namen zu bezeichnen, wie das in manchen Bestimmungsbüchern gemacht wird, ist zwar manchmal wegen der verwandtschaftlichen Beziehungen für uns Deutsche hilfreich, aber dennoch etwas gewagt. (Echt krass sind dann schon so Bezeichnungen wie "Teide-Edelweiß" für eine Pflanze, die stark weißlich behaarte Blätter besitzt, aber keinerlei Verwandtschaft zum Edelweiß.) Die meisten Dickblattgewächse besitzen übrigens auch lokale (spanische) Namen, die leichter zu benutzen sind, da sie nicht zwischen den Feinheiten macher Arten unterscheiden, z.B. Bejeque steht für mehrere Greenovia-Arten, die alle so auffällig große Blattrosetten knapp über dem Boden bilden.
Für uns Biologen sind gerade diese vielen Arten, die oft nur ein eng begrenztes Vorkommen haben (Endemiten bzw. Lokalendemiten) besonders spannend, lassen sie doch in ziemlich einmaliger Weise erkennen, wie Evolution abläuft. Insofern: durch die "Wurze" zurück zu den Wurzeln.
Nochmals :
Ich habe die Bezeichnung übernommen aus dem Link von rareplants (siehe Beiträge #3 und #6). Dies ist ein Fachbetrieb, der 47 verschiedene Arten züchtet und vertreibt und sie so vorstellt :
Aeonium (Riesen Hauswurz)
Kategorien Kanarische Pflanzen
Riesen Hauswurze oder Riesen Sempervivum sind ......
Wir nennen die im „Hausgebrauch“ natürlich nicht „Riesen-Hauswurze“, sondern einfach „Wurze“. Diese Bezeichnung ist griffig, bleibt im Gegensatz zu lateinischen Namen sofort im Kopf hängen und wir werden unsere „Wurze“ auch weiterhin so nennen ! In der Thread-Überschrift sind übrigens Anführungszeichen gesetzt und das kann man ja (im Zweifel) so beibehalten, also nicht Wurze, sondern „Wurze“, dann ist hoffentlich jedem gedient !
Wichtiger war mir ohnehin, diese sympathischen Pflanzen mehr ins Bewusstsein zu rücken und ein paar Informationen darüber zu geben und das vielleicht auch nicht ganz so „trocken" ! Es darf auch gerne weiter über sie berichtet werden !
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Deine Artikel machen ja auch Freude. Und wie Du die Dinger selbst nennen möchtest, ist doch ganz egal. Viel wichtiger ist mir, dass wir immer wieder auf das Besondere der kanarischen "Ureinwohner" hinweisen - getreu dem Motto: Was man kennt und schätzt, schützt man leichter. Deswegen schreibe ich im Forum öfter über unsere Endemiten. Je mehr von uns etwas darüber wissen, umso besser für die Insel. Wir ziehen da wohl mal wieder am selben Ende des gleichen Stricks. Da ist bestimmt auch noch Platz für ein paar Leute mehr.