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Mencey
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Hallo,
das geht doch absolut in die falsche Richtung. Die Seeigel sind ja nicht Ursache dieser unschönen und bedauerlichen Entwicklung. Man sollte sich auch nicht nur auf seinen Augenschein beim Schnorcheln verlassen beim Identifizieren der angeblichen Ursache. Zunächst einmal muss festgestellt werden, dass seit langem an der Nordküste die ehedem artenreichen Biotope im Spülsaum des Atlantiks bis auf kleine Reste und Ersatzgesellschaften verschwunden sind. Zu diesen Gesellschaften gehörten je nach Ort und Wassertiefe verschiedene Seeigelarten. Es war für uns in den 60er Jahren nichts Unübliches, beim Erklettern der Klippen vor San Telmo (Puerto) Seeigelstacheln einzutreten, die dann in den Füßen stecken blieben und schmerzhaft herausgepult werden mussten, falls man sie nicht lieber herauseitern lassen wollte. Heute ist es in dieser Hinsicht völlig ungefährlich an einer x-beliebigen Stelle aus dem Wasser zu klettern. Es gibt dort einfach keine Seeigel mehr. Ähnliches gilt für die Seeanemonen und ihre Begleitfischchen, die faszinierend zu beobachten waren. Wir haben nicht nur Seeigelrogen roh gegessen (sehr salzig), sondern die Tierchen auf der Mole "Wettrennen" laufen lassen. So reichlich waren sie vorhanden. Heute kämpfen wir eher mit salatähnlichen glitschigen Grünalgen, die im Frühsommer durch ihren dichten Bewuchs alles verdrängen und die Biotope zerstören.
Artenschwund und regionale Zunahme einzelner Arten in einzelnen Regionen haben hier immer als Ursache die Einwirkungen des Menschen. Es wäre vergleichsweise leicht und vernünftig, den Fang von Papagaienfischen und anderen Leitarten der Küstenbiotope zu verbieten. Wir würden der Sache damit wahrscheinlich nicht Herr, weil mit Sicherheit der Kanarenstrom und auch die Luft Schadstoffe heranführen, die hier die empfindliche Balance der Unterwasser-Gesellschaften stören. Einer dieser Killer, nämlich der stark angewachsene Kohlensäuregehalt im Wasser (aus Verbrennungsprozessen über die Luft ins Wasser gelangt) wird hier überhaupt nicht thematisiert. Das bewirkt aber nicht nur die die reichliche Düngung der Grünalgen, sondern auch eine leichte Ansäuerung des Wassers, was wiederum bei manchen Organismen den Kalkhaushalt beeinträchtigen kann, und deren Verschwinden einleitet.
Die Jagd auf die Seeigel ändert bei der Reproduktionsfähigkeit dieser Tiere gar nichts und ist ökologisch wenig sinnvoll. Man bekämpft hier Symptome statt Ursachen. Das ganze noch als Delikatessenbeschaffung zu verharmlosen, ist schlichtweg zynisch.
lagarto66
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