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Mencey
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@Stefank
Kaninchen brauchen nicht nur Futter, sondern auch Möglichkeiten, sich Höhlen zu graben, gute Verstecke usw.. Das finden sie in den Kiefernwäldern eher nicht, weil dort überwiegend nur eine ganz dünne Bodenkrume liegt. Die Insel war in ihren zentralen Teilen stark abgeholzt und entsprechend das Erdreich erodiert. Auch nach den sehr mühsamen Aufforstungsaktionen seit den 1930er Jahren wurden die Kiefernnadeln zu verschiedenen Zwecken gewerbsmäßig aus den jungen Wäldern geholt, sodass sich kaum eine nennenswerte Humusschicht bilden konnte. Grabt mal selbst in den Boden - Ihr werdet es merken. In den Cañadas leben Kaninchen vor allem in den Bereichen, die mit feinen Bims-Lapili tiefgründig bedeckt sind. Das sagt ihnen mehr zu. Und als gute Futterverwerter nagen sie alles, was ihnen schmeckt oder sie zumindest sättigt, an, auch die Rinde der Sträucher, was diese wiederum erheblich schädigen kann. Vom "Totalschaden" an abgefressenen Kräutern mal ganz abgesehen.
Kaninchen wurden von Seefahrern eingeschleppt, gehören also nicht ursprünglich in diese Ökosysteme und können, da sie sich sprichwörtlich "wie die Karnickel" vermehren, große Populationen hervorbringen. Natürliche Feinde, die ihre Zahl nennenswert reduzieren könnten, fehlen. Ohne die intensive Bejagung hätten wir gewaltige Schäden an der eigentümlichen Vegetation zu verzeichnen. Andere Inseln und sogar ein ganzer Kontinent (Australien) kennen die immensen Folgen solcher Kaninchenplagen.
Die eingezäunten Flächen simulieren also Standorte im Zustand vor Einschleppung der Kaninchen. Das ist z.B. wichtig, um Erkenntnisse über die Entwicklung der Pflanzenwelt unter dem Druck durch die Kaninchen zu erhalten.
lagarto66
Bergführer und Biologe
Geändert von lagarto66 (20.01.2012 um 20:21 Uhr)
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