... die Oberösterreicher auch. Am 2. Oktober stimmt Irland über den Lissabonvertrag ab und vielleicht werden auch in irgendeinem Kaff in Maghrebinien die Menschen zur Urne gerufen. Unzählige Kandidaten für diese ehrenvollen Ämter werben um die Gunst der Wähler, versuchen den Eindruck zu vermitteln, dass es absolute Bürgerpflicht sei ihr Kreuzchen genau neben ihren Namen zu malen und beauftragen Firmen damit, heraus zu bekommen, was denn bei den so heiß Umworbenen denn am liebsten gehört werden würde. Eine absolute Hoch-Zeit für Meinungsforscher.
Sie errechnen repräsentativ “was wäre wenn“, veröffentlichen Umfragen dass das Wahlprogramm H.P. Kerkelings für eine „kostenlose Sonnenbank für Alle“ bei 29 % der Bevölkerung Zustimmung findet. Fast zur gleichen Zeit findet man Statistiken die errechnen dass bei so und soviel Prozent der Bevölkerung der Besuch einer Sonnenbank zu irreperablen Hautschäden führt.
Meinungsforscher sind nicht nur wichtig, sondern auch Meinungsbildend. Das meinen zumindest jene die sich damit ihr Geld verdienen. Sie starten Umfragen ob die Menschen glauben, dass Gemüse und Obst zur gesunden Ernährung zählt, berichten darüber, dass fast 93 % der Bevölkerung das glaubt, und veröffentlichen zu gleichen Zeit Statistiken, dass der Deutsche täglich rund 200 Gramm Fleisch und Geflügel zu sich nimmt. Wie schon gesagt – Meinungsforscher können Meinungen beeinflussen.
Sie berechnen, dass ein Mensch beim Erreichen seines sechzigsten Lebensjahres rund 20 Jahre im Bett und davon nur 819 Tage mit dem Liebesspiel verbracht hat. Sie berechnen die mittlere Körpertemperatur eines Menschen der den Kopf in der Sauna und die Füße im Kühlschrank hat und ergehen sich in Analysen.
Heute habe ich eine interessante Analyse gelesen, die besagt, dass beim Einkaufen der Weg zum Supermarkt für den Klimaschutz entscheidender ist als die Herkunft der Lebensmittel. Fahren Verbraucher auch für kleinere Einkäufe oft mit dem
Auto, spielt die Herkunft aus der Region "nur noch eine untergeordnete Rolle", berichtet das Institut für Energie- und Umweltforschung. Und, damit die Umweltvorteile regionaler Lebensmittel tatsächlich zum Tragen kämen, sollten Verbraucher deswegen verstärkt auf Großeinkäufe setzen, anstatt mit dem
Auto häufiger für kleinere Besorgungen loszufahren. Toll. Ich frage mich nur, was eine andere Studie besagen würde, wenn die Mehrheit der Bevölkerung dieser Aufforderung Folge leisten würden und zu dem zweiten Kühlschrank einen dritten stellen würden, anstatt Frischware die tot gefrorenen Gemüseresteln energieträchtig über die Mikrowelle auftauen oder die teure Verpackung der Dosenware Energie verschwendend entsorgen.
Ich persönlich halte es eher mit Sir Winston Churchill, der einmal sagte „Ich glaube nur an Statistiken, die ich selbst gefälscht habe.“
Das meint