Zuerst das Wichtigste, die Sponsorengelder, es handelt sich in meiner Sammelstelle um 450 Euro, sind
natürlich vorhanden, und können wie gewünscht transferiert werden. Dies sollte kein Hinterungsgrund für das
Lesevergnügen sein.
Da wir jedoch dieses Projekt mit mehreren Usern gemeinsam begonnen, und hoffentlich auch mit unseren Ideen
etwas voran gebracht hatten, möchte ich doch zuerst ein paar Informationen hier zur Diskussion stellen.
Der Roman ist fertig, - das Lesevergnügen soll beginnen!
Aber wer soll dieses Lesevergnügen haben? Wir, die im Projekt involviert waren und eine handvoll
interessierte Forianer? Vielleicht noch Freunde, Bekannte und Verwandte? Das kann nicht das Ziel
aufwendiger Autorentätigkeit sein!
Rohmanuskript fertig, Korrektur lesen lassen ( bitte nicht verwechseln mit Lektorieren! ) und ab in die
Druckerei. Das funktioniert zwar, sogar relativ schnell, aber woher dann die Leser nehmen ???
Wenn das Buch nicht nur gedruckt, sondern auch verkauft werden soll müssen mögliche Leser davon wissen.
Selbst eine ISBN und der Eintrag im Verzeichnis lieferbarer Bücher (VLB) bringt noch keine Verkäufe.
Es bedarf gezielter Werbung und gut geplanter Öffentlichkeitsarbeit, damit ein Buch die Aufmerksamkeit der
Leser erhält und eventuell sogar einen Platz im Bücherregal der Buchhändler findet. Leider reichen hierfür die
Sponsorengelder nicht aus, um vom Druck bis hin zur Werbung dies zu finanzieren.
Deiner monatelangen Arbeit, liebe Irene, das Recherchieren, Informieren und Schreiben sollte doch wenigstens
die Chance eingeräumt werden, diese mit Erfolg zu krönen. Dies bedeutet, genau die Zielgruppe zu erreichen,
die sich vom Roman angesprochen fühlt. Dies kann aber nicht "holterdiepolter" geschehen.
Die Möglichkeit von "Book on Demand" (Bod) hatte ich dir ganz zu Anfang unseres Projektes schon mal nahe
gelegt. Wir hatten auch kurz darüber gesprochen, jedoch wollten wir andere Möglichkeiten ausloten.
Der Vorschlag, das Buch über meinen Verlag drucken zu lassen, steht natürlich immer noch. Aber Wir befassen
uns ausschließlich mit Architektur und die Zielgruppe ist im Bereich Architekten und Bauingenieure zu
suchen. Hier könnte ich zwar günstigere Druckkosten weiter geben, löst aber das Problem mit dem Publizieren nicht.
Welche Möglichkeiten gibt es überhaupt?
1. Der klassische Buchverlag
Dies ist der bevorzugte Weg ein Buch zu veröffentlichen. Der Verlag trägt
ALLE Kosten. Der Autor muss
lediglich ein gutes Rohmanuskript mitbringen. Verlagsimage, -programm und -vertrieb stehen dem Autor zur
Verfügung. Dies trifft nicht nur bei den bekannten Großverlagen zu. Im Gegenteil, kleine Verlage betreuen
ihre Autoren häufig besser und bauen auf langfristige Zusammenarbeit.
Der "Casus Knacktus" an der Sache ist nur, man muss erst mal einen Verlag finden, der das Manuskript
annimmt. Ich komm nochmal darauf zurück, wie man die Möglichkeit der Annahme erhöht, bzw. was die großen
Fehler sind, warum Manuskripte ungelesen zurück geschickt werden.
In unserem konkreten Fall, sehe ich aber gar nicht mal schwarz. Ich denke die Chancen stehen nicht so schlecht. Es erfordert aber Geduld!
Weiterhin sollte man wissen, dass das Autorenhonorar bei Taschenbüchern maximal 5% vom Nettoverkaufspreis
beträgt. Bei einer 1. Auflagenhöhe von 3000 Stück kann man damit nicht reich werden, ja nicht mal davon
leben. Honorare werden meist jährlich oder halbjährig, je nach Vertrag, auf Grund der verkauften Stückzahlen
ausbezahlt. Allerdings ist dieser klassische Buchverlag, wenn er dann das Werk angenommen hat, immer noch
der beste Weg ein Buch zu vermarkten.
2.Book on Demand
Hier handelt es sich eigentlich um KEINEN Verlag.( Verlag kommt von Vorlegen. Ein Verlag legt alle
Leistungen vor ) Das Buch wird je nach gewünschter Stückzahl jedesmal neu im Digitaldruck erstellt.
Dem Autor werden ALLE Kosten, angefangen vom Lektorat, Korrektorat, Satz, Layout, Umschlaggestaltung, bis
hin zum Marketing
berechnet. BoD gibt es natürlich auch ohne diese Leistungen. Dann liegt der Vorteil
gegenüber einem Selbstverlag lediglich nur darin, dass Produktion, Lagerung und Auslieferung nicht selbst übernommen
werden müssen. Das macht meines Erachtens nicht viel Sinn. Wenn BoD, dann auch die Dienstleistungen bis hin
zum Marketing nutzen. Das aber kostet wieder und ist nur im vierstelligen Preisbereich zu bekommen.
3. Selbstverlag
Der Vorteil ist, der Autor kann über alles selbst entscheiden. Angefangen vom Titel, Cover bis hin zur
Druckereiwahl. Alle Rechte bleiben beim Autor und das Wichtigste, der Gewinn gehört ihm.
Nachteil, die Chance das Werk im Buchhandel zu finden ist verschwindend gering.
Der Autor hat sich um alles selbst zu kümmern, bis hin zum Verkauf.
Erfahrungsgemäß haben Fachbücher, mit einfach erreichbarer Zielgruppe, gute Chancen.
Romane verstauben irgendwann in großen Stückzahlen im Keller.
Selbstverlag ist übrigens kein Hinterungsgrund eine ISBN zu bekommen oder sein Buch bei amazon zum Eintrag anzubieten.
4. Zuschuss Verlage
Hierüber möchte ich keine großen Worte verlieren. Das sind Verlage, die Glauben machen, sie wären die Retter
aller unverstandenen Autoren. Sie werben meist mit "Autoren gesucht ..." Hier bezahlt der Autor alles
selbst, im Voraus! Hierfür gibt es auch den Ausdruck "Vanity Press".
Wer viel Geld zur Verfügung hat und alle Arbeit abgeben möchte, für den mag es eine Lösung sein.
Was ist nun mein Vorschlag?
Ich würde als erstes versuchen mit einem klassischen Buchverlag ins Geschäft zu kommen.
Hier zuerst mit Verlagen, die bereits
Teneriffa bezogene Bücher herausgebracht haben.
Beispiele:
zech-verlag
der führende Verlag für
Teneriffa Themen
Romane "Inselträume" "Tod am
Teide"
novum Verlag
Roman "Teneriffas blutige Lava"
Der Autor Karl Hans Schäffner ist Wiener und lebt in Wien und
Teneriffa ( vielleicht kennst du ihn, Irene? )
wurde von Ulrike Bonarius ( Wien ) lektoriert.
blanvalet ( gehört zu Random House GmbH )
Roman "Hotel der Träume"
wurde von Regine Kirtschig lektoriert
KiWi Kiepenheuer & Witsch
u.a. "Sieben Rosen im Atlantik" Ein Roman von den Kanarischen Inseln
( übrigens ein Tatsachen-Roman, den jeder mal lesen sollte, der sich auf den Kanaren eine Immobilie zulegen möchte )
Wie am besten vorgehen?
Der sicherste Weg,
eine Absage vom Verlag zu erhalten, ist, das komplette Manuskript zusammen mit einem Anschreiben, das möglichst noch mit dem Satz endet "Viel Spaß beim Lesen", einzusenden. Dann lieber gleich verbrennen, - spart Porto und bringt Heizenergie!
In einem mittelgroßen Verlag werden täglich im Schnitt fünf unverlangte Manuskripte eingesandt.
Das sind rund 125 im Monat. Bei durchschnittlich 250 Seiten pro Manuskript ergibt das 30.000 Seiten Lesestoff für das Lektorat. Ich denke, ich muss nicht ausführlicher werden, warum die meisten "Werke" ungelesen zurück gehen.
Der bessere Weg ist:
Anschreiben plus
Exposé max. 3 Seiten wovon der Roman handelt
hat der Roman einzelne Kapitel, dann Inhaltsverzeichnis
wie viele Seiten ( immer auf 30 Zeilen á 60 Anschläge inkl. Leerzeichen kalkulieren )
Vorschlag Romantitel ( Das Recht auf den Titel behält sich immer der Verlag vor )
kurze Charakterskizze der beiden Haupt-Protagonisten
Eine Leseprobe aus dem besten Kapitel ( was der Autor oder die Testleser dafür halten )
dies ist wichtig, da der Lektor den Schreibstil beurteilen möchte.
Falls Interesse besteht, so ein "Paket" für Lektorats-Sendungen zu erstellen bin ich gerne
behilflich. Würde aber momentan hier den Rahmen sprengen.
Erst wenn abzusehen ist, dass kein Verlag Interesse zeigt, würde ich über die Alternativen nachdenken.
Dies fordert in der Tat Geduld. Oft vergehen bis zu acht Wochen bis ein Verlag überhaupt reagiert.
Hier möchte ich erstmal meine Stellungnahme zum Projekt für heute beenden.
Für Fragen, Anregungen, Kritik oder Aufforderungen stehe ich hier gerne zur Verfügung.
Aber bitte hier öffentlich, nicht per Email.
In der Hoffnung, dass wir doch noch
gemeinsam ein "Meisterwerk" schaffen
grüßt Euch Alle
Günther