Der Autor Hans König ist mir zuerst im
TEIDE.TV aufgefallen. Er hatte dort eine Sendereihe mit Führungen durch
Puerto de la Cruz.
Sein euphorischer Erzählstil, mit Geschichten von und über diese Stadt, deren Einwohner und Straßenzüge, fesselte mich so sehr, dass ich in Puerto auf die Suche nach seinem Buch ging.
Entweder ich war in den falschen Geschäften, oder das Buch war ausverkauft. Es hat leider keine ISBN Nummer und im allwissenden Netz hatte ich keine Bezugsmöglichkeit gefunden. Dort wo selbst google nicht weiter wusste, unsere „Wienerin“ hatte die Lösung. Ihr hab ich es zu verdanken, dass ich heute im Besitz einer Ausgabe bin. Dafür dir liebe Irene nochmals herzlichen Dank. Geschichtsbücher lese ich ja eigentlich nicht von Anfang bis zum Ende, ich studiert Kapitel, die mich interessieren, und lege sie dann wieder beiseite. Nicht so dieses Werk! Ich las irgendein Kapitel in der Mitte des Buches, und war vom Fachwissen des Autors einerseits und wie er es versteht, trockenen Geschichtsstoff so aufzubereiten, dass er sich spannend und mitreißend liest, andererseits, so fasziniert, dass ich innerhalb einer Nacht bis zum Ende durchgelesen hatte. In der Zwischenzeit habe ich es bereits drei mal komplett gelesen. Es enthält so viele Details dieses Stadt, - es wird einfach nicht langweilig.
Nun stellte Irene sein neuestes Buch "Aarons Ring" hier im Forum vor. Obwohl ich zuerst sehr skeptisch war. Hab ich doch keinerlei Bezug zur Stadt Wien und deren
Geschichte und ein Buch mit 630 Seiten ist mir ein Graus. Aber alleine wegen der lehrreichen Stunden mit seinem Buch „Puerto de la Cruz –
Geschichte und Geschichten“, war ich es dem Autor Hans König „schuldig“ ein Exemplar seines neuesten Werkes abzukaufen. Und Irenes Rezension tat natürlich ein Übriges.
Die Weihnachtsfeiertage waren mit Lesestoff gesichert.
Bevor man dieses Buch aufschlägt, fällt einem als Erstes das etwas karg ausgefallene Cover auf. Ein schönes Cover macht den Leser schon im Buchladen neugierig, erregt Aufmerksamkeit und verleitet so zum Kauf. Das vom Verlag gewünschte einheitliche Erscheinungsbild der „Wien live edition“ ließ hier allerdings keine andere Wahl..
Der Roman zieht den Leser von Anfang an in seine Bann. In diesem offensichtlich sehr gut recherchierten und liebevollen Roman erfährt man besonders viel über das Leben, Denken und Handeln im späten 17. Jahrhundert. Hans König, ein Wiener Autor, Urgestein seiner Heimatstadt, haucht den Charakteren Leben ein. Er lässt vergessen, dass gelesen wird. Du hast schnell das Gefühl, die
Geschichte entsteht direkt in Deinem Kopf mit Bauch und Herz und der Seele. Es werden mit außerordentlichem Einfühlungsvermögen sowohl die Judenvertreibung aus Wien geschildert, als auch sehr detailliert Einzelheiten und Gräuel im Leben des Protagonisten Josef, eingebettet in eine spannungsreiche Liebesgeschichte. Es geht um Spionage, Opiumhandel und die
Geschichte des Wiener Kaffeehauses und um die Belagerung Wiens durch die Türken. Der Roman schildert einen der
prägnantesten und nachhaltigsten Augenblicke der Wiener Stadtgeschichte. Ein Augenblick ohne den Europa heute möglicherweise verschleiert und vermummt wäre. Ein fesselnder, historischer Roman, der gleichzeitig kurzweiligen Geschichtsunterricht darstellt.
Anschließend saß ich noch stundenlang und googelte die
Geschichte der Türkenkriege um Wien. Eine Geschichtsepoche, die zu meiner Zeit im deutschen Geschichtsunterricht nicht gelehrt wurde.
Als Nichtwiener hatte ich zu Beginn etwas Probleme mit den lokalen Ausdrücken. Aber dank eines ausführlichen Glossars, in Form eines Wörterbuches, hat man zusätzlich die Möglichkeit eine neue „Fremdsprache“ zu studieren.
Sehr empfehlenswert für Geschichtsinteressierte.