Lieber Deezwo!
Ein Kolumne zu schreiben ist, wie Du richtig beschreibst, ein Denkanstoss, manchmal ein Wachrütteln, gefasste Meinungen vielleicht aus einem anderen Blickwinkel zu betrachten, Geschehenes in neuem Licht zu sehen, oder jemanden einen Spiegel vors Gesicht halten. Den Anstoß gibt natürlich, wie Du ebenfalls erwähnst, immer Gelesenes, Gesehenes oder Erlebtes und wird, in eine
Geschichte verpackt, mit mehr oder weniger Humor oder Zynismus ausgeschmückt, niedergeschrieben und ist jedoch immer mit eigenem Gedankengut angereichert.
Doch, und hier scheiden sich unsere Geister, von dem Moment an wo jemand, und somit auch ein Kolumnist, seine Meinung äußert, muss er sich dem Risiko aussetzen, dass andere Menschen andere Meinungen haben. Und, wenn er sich vor Kritik fürchtet, so sollte er besser gleich mit dem Schreiben aufhören.
„Jedem Menschen Recht getan, ist eine Kunst die niemand kann“ heißt ein altes Sprichwort und birgt so unglaublich viel Wahrheit in sich.
Ich glaube kaum, dass es auf unserem Erdball irgend einen Autor, Schriftsteller, Journalisten oder Kolumnisten gibt, der für seine geschriebenen Worte uneingeschränkte Zustimmung erhält.
Kritik kann auch lehrreich sein – und zum Lernen ist es doch nie zu spät
meint die Wienerin
Irene-Christine Graf