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Alt 16.02.2010, 18:22
Luther
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Hallo zusammen,

@ TF_Freedom,

natürlich ist die Masse der Tüte im Vergleich zur Masse des Inhalts gering. Aber die Tüte ist leicht vermeidbar, der Inhalt zum Teil nicht. Aber, wie anderswo auch, die Menge macht's.

Da du die anfangs angekündigte Rechnung nicht durchführt hast, habe ich das gemacht: Meine gute Küchenwaage sagt, die übliche Einkaufstüte wiegt 16 g, eine "schicke" aus dickerem Plastik, in diesem Fall von Esprit, sogar 30 g, obwohl sie weniger als halb so groß ist.

Aber bleiben wir bei der normalen Einkaufstüte: Die von mir geschätzten 300 Millionen Tüten, die pro Jahr auf TF ausgegeben werden, mal 16 g, mal 400 Jahre*, macht 1.920.000 Tonnen.

Ich habe mir außerdem den Spaß gemacht, das Volumen einer Tüte zu ermitteln: Es sind 22 cm³. Das macht bei der genannten Menge und Zeit 2.640.000 m³. Dafür müsste eine Abfallgrube bei 10 m Tiefe 600 m lang und 400 m breit sein.

Die Spanier werden den Teufel tun, als sich von einem Ausländer erklären zu lassen, was sie für ihre Umwelt tun können. Ich möchte aber nochmals sagen, ich bin ohnehin kein Umwelt-Apostel, dafür bin ich gar nicht grün genug. Ich habe das Thema nur angesprochen, weil in dem Lidl-Artikel mehrmals von Einkaufstüten die Rede war, und es anscheinend als gute Tat betrachtet wurde, wenn sie preisgünstig oder gar kostenlos sind. In D kosten sie heutzutage meist 30 Cents, obwohl sie die Firma im Einkauf weniger als 1 Cent kosten. Das ist in dem Fall aber keine Raffgier, sondern soll vom Gebrauch abhalten.

In D, das stimmt, ist man umweltbewusster als in Spanien, das hat aber auch viele Entwicklungsjahre gekostet. Aber auch in Spanien tut sich was: Gerade in meinen Teneriffa-Tagen letzten Dezember, habe ich gelesen, dass Carrefour als erstes Unternehmen auf Teneriffa die freie Abgabe von Plastiktüten einstellt, auf dem Kontinent macht man das schon länger: http://www.wochenblatt.es/1000002/10...5/article.html

@ Bluebird

Natürlich ist Biomüll bei warmem Wetter nicht die reinste Freude, aber das trifft auf solchen, der sich zwischen anderem Müll befindet, genauso wie auf getrennt gesammelten zu. In meiner Stadt, dem dir unbekannten Braunschweig**, holt man Müll zweiwöchentlich, den Biomüll im Sommer aber wöchentlich ab.

Ratten und Mäuse werden nur von Komposthaufen und offenen Kompostern angezogen. Zu Biomülltonnen haben sie ja keinen Zugang, es sei denn, du bist eine Tierfreundin und sägst ein Mäuseloch rein. :-)

Natürlich gibt es auch andere Umweltsünden, und auch schlimmere, die anderen sind sowieso immer schlimmer als man selbst. Aber das muss einen nicht hindern, einen eigenen Anfang zu machen. Wie gesagt, keine Sorge, ich bin kein Umwelt-Apostel, warum ich diesen Beitrag angefangen habe, habe ich ja oben gesagt. Sollten wir uns mal bei Lidl oder Mercadona begegnen, gucke ich dezent weg, wenn du durch die Kasse gehst. :-)

Gruß
Luther

* Wikipedia: "Eine Kunststofftüte wird im Durchschnitt eine halbe Stunde lang benutzt. Nach ihrem Gebrauch bleibt sie etwa 100 bis 400 Jahre auf der Erde zurück. Selbst danach wird sie nicht vollständig biologisch abgebaut, sondern zerfällt nur in kleinere Teile."

In dem Beitrag http://de.wikipedia.org/wiki/Plastikt%C3%BCte steht noch mehr Interessantes über die Schädlichkeit der Tüten, über Alternativen, und in welchen Ländern ihre Abgabe schon verboten ist oder erschwert wird.

** Du, Barbara, als Münchnerin, kennst Braunschweig nicht? Ohne Braunschweig würde es dich gar nicht geben, denn Heinrich der Löwe, Herzog von Sachsen und Bayern, Wohnsitz Braunschweig, hat München gegründet! Außerdem war Braunschweig langjähriger Wirkungsort von Lessing, Gauß und Raabe. Und dann hat der Österreicher, der 1923 durch den Marsch auf die Feldherrnhalle in München erstmals deutschlandweit bekannt wurde, hier 1932 seine deutsche Staatsangehörigkeit erhalten. Aber das bitte nicht weiter erzählen! ;-)
 
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kati (16.02.2010), windus1947 (21.02.2010)
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